Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. So kamen am 7. Oktober rund 250 Gäste im Festsaal der Kölner Flora zusammen, um den Jubilar – den Pensions-Sicherungs-Verein, kurz PSV – zu beglückwünschen. Doch beim Symposium zum 50-jährigen Jubiläum des PSV tauschten die Redner nicht nur oberflächliche Freundlichkeiten aus, sondern gingen beim Thema Zukunft der Altersversorgung in die Diskussion. Benedikt Köster favorisierte in seiner Ansprache drei Ziele für ein stabiles Rentensystem. „Das Renteneintrittsalter muss grundsätzlich an eine Veränderung der Lebenserwartung gekoppelt werden“, forderte der PSV-Vorstand. Zweitens befürwortete er die Einführung eines niedrigschwelligen Obligatoriums für die betriebliche Altersversorgung über ein allgemeines Opting-out. Und zum Dritten empfahl er die kollektiven kapitalgedeckten Systeme der betrieblichen Altersversorgung mit lebenslangen Leistungen als effizienteste Option für die Ergänzung der gesetzlichen Rente. Dabei seien diese Lösungen denen mit Ratenzahlungsmodellen und/oder Depotlösungen, wie sie derzeit insbesondere im Zusammenhang mit der privaten Altersvorsorge diskutiert werden, deutlich überlegen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion erteilte Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, einer weiteren Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus eine Absage. „Ein höheres gesetzliches Renteneintrittsalter würde nur die Fluchtbewegungen derjenigen verstärken, die nicht bis zu dieser höheren Altersgrenze arbeiten können oder wollen“, so Schmachtenberg. Diese Menschen sähen für sich keinen anderen Ausweg, als in das Arbeitslosengeld oder in andere Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung zu flüchten. Am Ende wäre die finanzielle Belastung der öffentlichen Hand und der Sozialversicherungssysteme durch eine gesetzliche Anhebung also höher. Schmachtenberg befürwortet stattdessen, das reale Eintrittsalter von derzeit 65 Jahren auf 66 bzw. 67 Jahre hochzufahren.
