Deutscher Immobilienmarkt zeigt vorsichtige Erholungstendenzen

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Nach einem schwierigen Jahr 2023 haben die Immobilienpreise in Deutschland im Jahr 2024 wieder leicht angezogen. Das vermeldet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) basierend auf echten Transaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichnete die Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien einen Anstieg von 1,8 Prozent.

Insbesondere das Wohnsegment hatte mit einem Plus von 2,1 Prozent zum Vorjahreswert wieder etwas Luft unter die Flügel bekommen. Laut dem vdp lag dies vor allem am Subsegment der Mehrfamilienhäuser, die innerhalb eines Jahres satte 2,9 Prozent zulegten. Demgegenüber stiegen die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen mit 1,2 Prozent in geringerem Ausmaß.

Wohnungsnot treibt Preise in den Top-7-Städten

In den „Top-7-Städten“, den Metropolen Deutschlands, waren die Preissteigerungen noch ausgeprägter. Im Jahresvergleich stiegen hier die Preise, angefeuert durch den extremen Nachfrageüberhang, durchschnittlich um 2,3 Prozent. Spitzenreiter unter den „Top-7“ ist Köln mit einem Preisanstieg von 3,8 Prozent, während Stuttgart mit nur 0,3 Prozent den geringsten Anstieg verzeichnete.

Insbesondere Neuvermietungen wurden im vergangenen Jahr bei einer Verteuerungsrate von durchschnittlich 3,9 Prozent deutlich teurer. Besonders hohe Steigerungen gab es in Stuttgart (4,6 Prozent) und Berlin (4,4 Prozent). „Die Schaffung von mehr Wohnraum gehört zu den aktuell drängendsten politischen und sozialen Aufgaben. Sie birgt in gesellschaftlicher Hinsicht großen Konfliktstoff. Die neue Bundesregierung wird hier besonders gefordert sein, schnell umfassende und zielführende Maßnahmen zu ergreifen, die den Wohnungsbau vor allem in den Großstädten ankurbeln“, kommentiert vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Erstmals wieder Anstieg bei Büroimmobilienpreisen

Gewerbeimmobilien konnten im vierten Quartal 2024 einen leichten Preisanstieg von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Besonders bei Büroimmobilien zeigten sich erste positive Erholungstendenzen: Die Preise stiegen im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozent – laut vdp der erste Anstieg seit dem dritten Quartal 2022.

Ein gegensätzliches Bild zeigt sich im Einzelhandel: Hier verzeichneten die Immobilienpreise einen leichten Rückgang von 0,2 Prozent im Laufe des vergangenen Jahres. Dennoch stiegen die Renditen wieder. „Die positiven Renditeentwicklungen, gemessen am vdp-Liegenschaftszinssatzindex, betrugen bei Büroimmobilien auf Jahressicht 2,0 Prozent, bei Handelsobjekten 3,2 Prozent“, so der Verband.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken