Norwegen baut Staatsfonds um

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Eine von der norwegischen Regierung eingesetzte Kommission will die Weichen beim „Statens Pensjonsfond Utland“ neu stellen: Der mit 860 Milliarden Anlagevolumen weltweit grösste Staatsfonds soll von der Zentralbank abgetrennt und strategisch neu ausgerichtet werden – nicht nur Aktien, Anleihen und Immobilien, sondern neu auch Investitionen in Private Equity und Infrastruktur, wo höhere Renditechancen winken.

Eine separate Investment-Verwaltungsgesellschaft soll die Aufgaben übernehmen, für die seit der Gründung des Fonds im Jahr 1996 die Notenbank zuständig war. Begründet wird die Neuausrichtung mit den immer komplexeren Verwaltungsaufgaben für das stark gewachsene Anlagevehikel der Norweger. Dabei hat Yngve Slyngstad, bisheriger CEO und zuständig für die ausländischen Investments des Fonds, erfolgreich gewirtschaftet. Der Inlandteil wird von der Folketrygdfondet verwaltet.

Der States Pensjonsfond Utland verwaltet das Vermögen, das vor allem aus den Einnahmen der staatlichen Erdölgesellschaft stammt. Der Fonds soll die norwegischen Pensionszahlungen sichern, wenn das Schwarze Gold nicht mehr sprudelt. Beim derzeitigen Ausstoss reichen die bekannten Vorräte noch für rund 13 Jahre.

Heute beruht die Asset Allocation des Staatsfonds zu 60 Prozent auf Aktien, 35 Prozent Anleihen und 5 Prozent Immobilien. Es gelten strenge Anlagerichtlinien, die zum Beispiel Investments in Tabak- und bestimmte Rohstoffunternehmen verbieten. Mit einem Anteil von rund 25 Milliarden Euro ist der Fonds zurzeit auch grösster Aktionär der sogenannten Deutschland AG. Sein Anteil am DAX macht etwa vier Prozent aus.

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