Der britische Finanzdienstleister M&G hat Rosie Fantom zur Head of Origination and Execution im Bereich Corporate Pensions Solutions ernannt. Das gab das Unternehmen vor Kurzem bekannt. In ihrer neuen Rolle übernimmt Fantom damit insbesondere die Verantwortung für das Geschäft mit sogenannten Bulk Purchase Annuities (BPA). Darunter versteht man auf der Insel Sammelversicherungsverträge, bei denen Unternehmen ihre Pensionsverpflichtungen an Versicherer übertragen.
BPAs ähneln in ihrer Zielsetzung damit deutschen Risikotransfer- oder Abwicklungslösungen in der betrieblichen Altersversorgung, gehen dabei jedoch einen Schritt weiter: Während in Deutschland häufig CTAs oder Run-off-Strukturen genutzt werden, um Pensionsverpflichtungen bilanziell abzusichern, werden diese Risiken beim BPA meist vollständig an einen Versicherer übertragen.
Fantom verantwortete Milliarden-Deals
Laut M&G wird Fantom ein Team von rund zehn Mitarbeitenden führen und die Strukturierung sowie Umsetzung entsprechender Transaktionen leiten. Fantom bringt mehr als 17 Jahre Erfahrung bei Deals zur Übertragung von Pensionsrisiken mit. Zuletzt war sie Head of Bulk Annuities beim Beratungsunternehmen Barnett Waddingham, wo sie unter anderem Transaktionen für das Old British Steel Pension Scheme im Umfang von zwei Milliarden Pfund und für die Arcadia-Pensionspläne über 850 Millionen Pfund verantwortete.
Kerrigan Procter, Geschäftsführer der Corporate Pensions Solutions bei M&G, bezeichnete Fantoms Einstieg als „wichtigen Schritt“ für das weitere Wachstum der Sparte. Fantom selbst erklärte, sie freue sich, „bei M&G zu einem so entscheidenden Zeitpunkt einzusteigen“ und sehe großes Potenzial, die Dynamik im Markt für De-Risking-Solutions zu nutzen.
Im vergangenen Jahr kam es mehrmals zu BPA-Deals unter Beteiligung britischer Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen. Beispielsweise hatte im Januar der britische Lebensversicherer Royal London in einer Transaktion in Höhe von über 120 Millionen Pfund drei Pensionspläne der Lufthansa UK Pension Trustee für insgesamt 1.200 Leistungsbeziehern erworben. Zudem kam es im Sommer zu einem sogenannten Buy-in-Deal zwischen einer Londoner Tochter des Helaba-Konzerns und der britischen Pension Insurance Corporation (PIC) in Höhe von insgesamt 36 Millionen Pfund. PIC übernahm die Pensionszahlungen von 156 Rentenbeziehern.
Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

