Seit über 100 Jahren gibt es den Internationalen Frauentag (IFT) in Deutschland. Hauptforderung beim IFT ist seit vielen Jahren die Schließung der Entgeltlücke beim Einkommen. Im vergangenen Jahr lag der Lohnunterschied hierzulande immer noch bei 18 Prozent, in Bayern sogar bei 21. Über die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts und die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern berichteten wir auf dpn online am 19. Januar 2024.
Der durchschnittliche Stundenlohn bei Männern liegt aktuell bei 25,30 Euro, Frauen bekommen mit 20,84 Euro somit 4,46 Euro pro Stunde weniger bezahlt. Der Hauptfaktor für die Lohnlücke von 4,46 Euro kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass in den frauendominanten Berufen wie etwa in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Erziehung eine schlechte Bezahlung vorliegt, heißt es in einer Pressemitteilung der DGB-Frauen Nordoberpfalz. Durch die Tarifverträge der vergangenen Jahre habe sich einiges verbessert, aber gemessen an den erbrachten Leistungen noch viel zu wenig.
Der Gender Pay Gap hat auch Folgen für die Altersvorsorge. Mehr Menschen als noch im Jahr 2020 fühlen sich finanziell für ihren Ruhestand nicht gut aufgestellt. Jede dritte Frau gibt das an, während es bei den Männern jeder Fünfte ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschers Sirius Campus und des Beratungsunternehmens Aeiforia.

Anlässlich des Weltfrauentags macht Hanne Borst, Head of Retirement Germany WTW, die Gesellschaft auf das Wahljahr 2024 aufmerksam. „Angesichts der bevorstehenden mehr als 64 nationalen Wahlen in diesem Jahr, gewinnt dieser Tag noch mehr an Bedeutung, denn die Entscheidungen, die wir treffen, werden die Zukunft der Frauen weltweit maßgeblich beeinflussen“, appelliert Borst auf LinkedIn und fügt hinzu: „In den letzten Jahren haben rechtspopulistische Bewegungen in einigen Ländern an Einfluss gewonnen, was für die Rechte der Frauen nichts Gutes verheißt.“
Der Anteil weiblicher Führungskräfte in Deutschland ist ebenfalls sehr gering. Das gilt auch und besonders für die Finanzbranche. Die öffentlich-rechtlichen Sparkassen sind hiervon keine Ausnahme, obwohl die Politik hier über einen so großen Einfluss und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten verfügt wie in kaum einem anderen Wirtschaftssektor.
Wie ernst es mit dem politischen Gestaltungswillen und der Förderung weiblicher Führungskräfte tatsächlich gemeint ist, kann man mit dem Barkow Consulting Governance-Tracker Sparkassen überprüfen. Er analysiert auf täglicher Basis den Anteil weiblicher Vorstände in deutschen Sparkassen und enthält außerdem einige interessante Zusatzinformationen. Der der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat sich Ende 2023 ein Ziel von 30 Prozent Frauen in der obersten Managementebene für das Jahr 2035 gesetzt.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

