Der Wiener Immobilien-Assetmanager GalCap Europe hat sein Wohnportfolio um zwei Bestandsobjekte mit insgesamt 162 Wohneinheiten erweitert. Die Transaktionen erfolgten als Off-Market-Deals für ein Individualmandat einer Pensionskasse. Die österreichische Metropole ist bereits seit längerem ein attraktiver Standort für Investoren.
Die Objekte in den Bezirken Simmering überzeugten durch hohe Bauqualität, Vollvermietung und nachhaltige Standortentwicklung, kommentiert Dr. Manfred Wiltschnigg, Managing Partner von GalCap Europe, den Deal.
Die Wohnungen in Simmering, direkt an der U3-Station Gasometer gelegen, hätten durch den kürzlich eröffneten Bildungscampus Enkplatz und die infrastrukturelle Entwicklung rundherum deutlich gewonnen, heißt es weiter.
Richtiger Marktzugang entscheidend
Die zweite Liegenschaft im 23. Bezirk ist eine 2018 errichtete Wohnanlage mit 66 Wohnungen. Das freistehende Gebäude liegt nahe dem Liesingbach und soll durch die geplante Schnellbahnstation Benyastraße in Zukunft noch besser angebunden sein.
Über Kaufpreis und Verkäufer schweigen die Beteiligten. Rechtliche Beratung kam von Dorda Rechtsanwälten, steuerlich begleiteten TPA Austria die Transaktionen. Die technische Due Diligence übernahm Delta. „Auch diese Transaktionen zeigen, dass in dem aktuellen Marktumfeld hochwertige Investments in Wien möglich sind – vorausgesetzt, man hat den richtigen Marktzugang und einen klaren Qualitätsfokus“, kommentiert Wiltschnigg weiter.
Der Wiener Wohnmarkt ist stark von sozial- genossenschaftlichen Mietobjekten geprägt. Zahlen von Statistik Austria aus dem Jahr 2022 sprechen von rund 43 Prozent der Mietwohnungen, die sich im Eigentum der Stadt oder in genossenschaftlicher Hand befinden.
Investoren finden Wien urleiwand
Das hat Wien für lange Zeit den seltenen Ruf einer europäischen Metropole mit preiswertem Wohnraum eingebracht. Doch inzwischen gerät auch dieser Status unter Druck, auch weil Finanzinvestoren und institutionelle Anleger Wien für sich entdeckt haben. In der Niedrigzinsphase investierten sie auf der Suche nach Rendite verstärkt in die österreichische Hauptstadt. In den Jahren zwischen 2007 und 2020 versammelte Wien so die fünftgrößte Menge an europäischen Investorengeldern auf sich – noch vor Madrid und Kopenhagen.
Gleichzeitig setzen steigende Grundstücks-, Material- und Instandhaltungskosten dem sozialen Wohnungsbau unaufhörlich zu. Wiens Jahresbudget für den sozialen Wohnbau liegt bei über 400 Millionen Euro. Und trotzdem: Der Großteil des Neubaus stammt inzwischen aus der Privatwirtschaft.
Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

