Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Immobilien-Umfrage 2023 von Universal Investment zeigen, dass institutionelle Investoren einen starken Trend zur Diversifizierung ihrer Portfolios verfolgen. Insgesamt 55 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen wurden im August 2023 analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass Investoren sowohl eine stärkere geografische Diversifizierung als auch eine Diversifizierung nach Nutzungsarten anstreben. Ein bemerkenswertes Ergebnis ist, dass institutionelle Anleger im Durchschnitt planen, ihre Allokationen in Nordamerika und Asien mehr als zu verdoppeln.
Bislang befanden sich 69 Prozent der Immobilien in den Bestandsportfolios der befragten Institutionen in Deutschland, während 23 Prozent im europäischen Ausland liegen. Für die Zukunft erwarten Investoren jedoch eine Verschiebung, wobei Deutschland um 12 Prozentpunkte auf 57 Prozent sinken wird, während das europäische Ausland durchschnittlich 26 Prozent der zukünftigen Allokation ausmacht. Nordamerika (9 Prozent) und Asien/Pazifik (8 Prozent) hingegen werden voraussichtlich einen deutlichen Zuwachs verzeichnen. Die Bedeutung der Schwellenländer für die Umfrageteilnehmer geht dagegen weiter zurück.
Axel Vespermann, Head of Real Estate von Universal Investment, betont: „In einer herausfordernden Marktphase bleiben Immobilien ein wichtiges Fundament institutioneller Portfolios. Strukturelle Veränderungen setzen sich jedoch fort, und die Bedeutung des außereuropäischen Auslands nimmt zu. Dies erfordert professionelles Management in Bezug auf Transaktionen, Asset Management und Steuerfragen.“
Die Ergebnisse zeigen auch eine Verschiebung bei den bevorzugten Nutzungsarten. Büroimmobilien sind nach wie vor beliebt, aber Wohnimmobilien und Nischenimmobilien legen deutlich zu. Der Anteil von Büroobjekten wird voraussichtlich um 12 Prozentpunkte abnehmen, während Wohnimmobilien um 7,7 Prozentpunkte zunehmen.
Die erwartete Rendite steigt auf durchschnittlich 4,1 Prozent, und die laufende Cashflow-Rendite wird für 61 Prozent der Umfrageteilnehmer zur wichtigsten Kennzahl. Investoren passen ihre Rendite-Erwartungen angesichts von Zinsanhebungen an, sehen jedoch Immobilien weiterhin als wichtigen Portfolio-Baustein.
Schließlich betonen die Umfrageergebnisse die Bedeutung von Immobilien als Inflationsschutz, wobei 75 Prozent der Investoren Immobilien als wichtige Absicherung gegen inflationäre Wertverluste betrachten.
Die Umfrage zeigt auch, dass ESG-Maßnahmen tendenziell den Wert von Immobilien steigern, aber den sofort erzielbaren Cashflow negativ beeinflussen. Eine Mehrheit der Investoren ist bereits auf dem Weg zur ESG-Integration, insbesondere bei Ankaufkriterien und grünen Mietverträgen.
Schließlich zeigt die Umfrage, dass institutionelle Investoren größtenteils auf sichere Core-Investitionen setzen (60 Prozent), gefolgt von Core+ (29 Prozent), während Value-Add- und opportunistische Strategien weniger gefragt sind.
