Die Portfolios deutscher institutioneller Immobilien-Anleger werden zunehmend breiter nach geografischen Zielmärkten diversifiziert. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Immobilien-Umfrage, die von Universal Investment inzwischen zum zehnten Mal durchgeführt wurde. So hätten im vergangenen Jahrzehnt besonders die Regionen Nordamerika und Asien an Bedeutung gewonnen. Der deutsche Heimatmarkt und das europäische Ausland machten aber weiterhin einen Großteil des investierten Vermögens aus.
Bedeutung Deutschlands nimmt ab
Konkret verteilen sich die Bestandsportfolios der befragten institutionellen Anleger 2022 zu 66,9 Prozent auf Deutschland, zu 17,4 Prozent auf das europäische Ausland, zu 7,4 Prozent auf Nordamerika und zu 4,2 Prozent auf Asien. Die übrigen 4,1 Prozent entfallen auf sonstige Märkte in Ozeanien sowie Schwellenländer wie Brasilien. Seit 2014 nahm die Bedeutung Deutschlands um 5,1 Prozentpunkte und die Europa um 6,9 Prozentpunkte ab, während Nordamerika um 5,2 Prozentpunkte und Asien um 3,4 Prozentpunkte zulegen konnten.
Ähnlich sieht der Trend bei Neuinvestitionen aus: Die Investoren planen im Durchschnitt eine Allokation von 57,7 Prozent auf Deutschland, 20,8 Prozent auf Europa. 10,8 Prozent auf Nordamerika und 8,9 Prozent auf Asien.
Renditeerwartungen so hoch wie lange nicht
Der Investmentfokus institutioneller Investoren liegt angesichts gestiegener Zinsen und hoher Inflation so klar wie lange nicht mehr auf der laufenden Cashflow-Rendite von Immobilieninvestments. 63,2 Prozent der Befragten geben dies als Schwerpunkt an. Im Vorjahr waren es nur 25 Prozent, 2020 immerhin 50 Prozent. Mit 3,85 Prozent erreichen die Renditeerwartungen den höchsten Wert seit 2018.
Dem makroökonomischen Umfeld zum Trotz erweist sich die Asset-Klasse Immobilien als äußerst beliebt. 31,6 Prozent der Investoren schätzen „ausdrücklich“ und 63,2 Prozent „eher“ den Inflationsschutz, den Betongold bietet.
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

