BVK-Immobilienverluste: Deutsche Finance Group dementiert Verantwortung

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Die Deutsche Finance Group wehrt sich gegen die Darstellung, sie sei für die problematischen US-Immobilieninvestments der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) mitverantwortlich. In einer Stellungnahme betont das Unternehmen nun: Weder die Tochtergesellschaft Deutsche Finance America noch andere verbundene Firmen hätten bei den fraglichen Geschäften als Fondsmanager gearbeitet oder Investitionsentscheidungen getroffen. Die Deutsche Finance America habe ausschließlich strukturierende, koordinierende und regulatorische Aufgaben erfüllt – mehr nicht. Über die Auswahl konkreter Projekte, deren Finanzierung oder die Beauftragung von Projektentwicklern habe man nicht entschieden.

Die Klarstellung kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Monaten war die Deutsche Finance Group wiederholt in der Berichterstattung über die US-Immobilieninvestments der BVK genannt worden, wie sie selbst angibt. Die Münchner Pensionskasse, Deutschlands größte öffentliche Rentenkasse, musste auf US-Immobilien 163 Millionen Euro abschreiben.

Personelle Konsequenzen bei der BVK

Die Affäre hatte bereits im Spätsommer personelle Konsequenzen: Immobilienchef Rainer Komeda musste gehen – und zwar fristlos. Grund waren nicht nur die finanziellen Verluste, sondern auch Compliance-Verstöße, die externe Prüfer festgestellt hatten. Zudem soll Komeda ein zu enges Verhältnis zum Immobilienentwickler Michael Shvo gepflegt haben, der in den USA wegen Steuerbetrugs verurteilt wurde. Wenige Monate später folgte Norman Fackelmann, der als Leiter des Bereichs Kapitalanlagen Immobilienmanagement Komedas Vorgesetzter gewesen war.

Nachdem sich die BVK zunächst nur zurückhaltend zu den Vorgängen geäußert hatte, kündigte sie im Dezember ein Maßnahmenprogramm an, um Investment- und Risikomanagement-Prozesse zu verschärfen. BVK-Chef Axel Uttenreuther versicherte, die Verluste seien durch Gewinne in anderen Anlageklassen ausgeglichen worden. Die Altersvorsorge der 2,7 Millionen Versicherten sei nicht gefährdet.

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