Der aktuelle „UBS Global Family Office Report 2025“, basierend auf Angaben von 317 Single Family Offices weltweit, zeigt ein deutliches Stimmungsbild: Die geopolitische Lage bereitet vermögenden Familien zunehmend Sorgen. 70 Prozent der Befragten sehen in einem Handelskrieg das größte Risiko für ihre finanziellen Ziele im laufenden Jahr. Geopolitische Konflikte werden von 52 Prozent als zweitgrößte Bedrohung genannt, gefolgt von der Sorge vor steigender Inflation.
Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre verschärft sich die Einschätzung weiter: 61 Prozent rechnen mit einer Zunahme geopolitischer Spannungen, 53 Prozent befürchten eine weltweite Rezession infolge potenzieller Handelskonflikte. Zudem äußern 50 Prozent Bedenken angesichts einer möglichen Schuldenkrise infolge wachsender Staatsverschuldung.
Trotz dieser Unsicherheiten plant die Mehrheit der Family Offices, ihr Portfoliorisiko auf dem Niveau des Vorjahres zu belassen. Dabei bleibt die Risikosteuerung herausfordernd: 38 Prozent der Befragten sehen Schwierigkeiten in der Auswahl geeigneter Strategien zur Risikoabsicherung, während 29 Prozent die zunehmende Unvorhersehbarkeit sicherer Anlagen aufgrund instabiler Korrelationen betonen.
Mehr Liquidität und weniger Private Equity
In einem zunehmend volatilen Marktumfeld richten viele Family Offices ihre strategische Vermögensallokation neu aus. Im Fokus stehen verstärkt liquide Anlagen in Aktien und Anleihen entwickelter Märkte, die als stabilere Quellen für Kapitalwachstum und Rendite gelten. Die Allokation in Aktien entwickelte sich 2024 auf durchschnittlich 26 Prozent und soll 2025 auf 29 Prozent steigen. Insbesondere zukunftsträchtige Sektoren wie generative künstliche Intelligenz, Energie, Rohstoffe und Langlebigkeit stehen im Fokus.
Die Zurückhaltung der Family Offices gegenüber Investments in Schwellenländern bleibt ausgeprägt. Trotz punktueller Aufstockungen in Indien und China investieren sie bislang nur 4 Prozent in Schwellenländeraktien. Hauptgründe sind geopolitische Risiken, politische Unsicherheiten und mangelnde Rechtssicherheit.
Parallel dazu sinkt das Engagement in Private Equity leicht. Zwar bleibt der Anteil mit 21 Prozent hoch, doch direkte Beteiligungen werden zunehmend reduziert. Family Offices, die 2025 eine Allokation planen, wollen ihren Anteil an Private Equity im Durchschnitt auf 18 Prozent senken. Diese Reduzierung ist dabei durch direkte Investitionen getrieben, da geringe Akquisitionstätigkeiten den Ausstieg aus Portfolios verlangsamen und höhere Zinsen die Finanzierung verteuern.
Geografisch dominieren zudem weiterhin Nordamerika (53 Prozent) und Westeuropa (26 Prozent) als bevorzugte Anlageziele. Die Investitionen im asiatisch-pazifischen Raum gingen hingegen leicht zurück.
