Europäische ETFs brechen Rekorde

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Während sich die globalen Finanzmärkte gerade in der ersten Hälfte des Jahres 2025 durch unruhige Gewässer manövrierten, zeigten die europäischen Privatanleger großes Vertrauen in den langfristigen Erfolg breit gestreuter Index-Fonds. Wie Europas größter Vermögensverwalter Amundi vermeldet, erlebten UCITS-ETFs ein Rekordjahr. Insgesamt 330,6 Milliarden Euro flossen in die Anlagevehikel. Damit liegen nun knapp 2,6 Billionen Euro in den europäisch regulierten Indexfonds.

Aktien-ETFs dominierten mit drei Vierteln aller Zuflüsse und sammelten 249,3 Milliarden Euro ein, ein Plus von 15,9 Prozent gegenüber 2024. Anleihe-ETFs legten um 77,8 Milliarden Euro zu, konnten jedoch in Relation noch stärker zulegen.

Quelle: Amundi

Anders als im Vorjahr konzentrierten sich die Investoren nicht mehr primär auf US-Aktien-ETFs. Stattdessen rückten Europa-, globale und Schwellenländer-Indizes in den Fokus, so Amundi. Konkret flossen „reinen“ US-Aktien-ETFs Neuinvestitionen in Höhe von 37,2 Milliarden Euro zu, deutlich weniger als Welt-Aktien-ETFs mit 63,3 Milliarden oder All-Country-World-ETFs mit 42,7 Milliarden Euro.

Europas Bestreben nach mehr Autonomie befeuert ETFs

Europa-Aktien-ETFs verbuchten unterdessen mit 65,8 Milliarden Euro Rekordmittelzuflüsse. Amundi nennt hier die Entscheidung der Bundesregierung, Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur substanziell zu erhöhen, als Haupttreiber. Das Bestreben Europas nach größerer strategischer Autonomie verstärkte die Nachfrage nach europäischen Aktien-ETFs zusätzlich.

Quelle: Amundi

Sektorspezifisch waren Industrieunternehmen mit 13,3 Milliarden Euro am stärksten gefragt, gefolgt von Informationstechnologie mit 8,9 Milliarden und Finanzwerten mit 7,3 Milliarden Euro.

Im Anleihesegment beschäftigte die Anleger vor allem das Duration Management. Investoren bevorzugten Exposures mit kürzeren Laufzeiten, so Amundi. Diese bieten attraktivere Renditeniveaus bei geringerer Zinsänderungssensitivität. Euro-Unternehmensanleihe-ETFs verzeichneten mit 18,5 Milliarden Euro die höchsten Zuflüsse aller Anleihe-ETFs. Unter ihnen machten kurzfristige Engagements von ein bis fünf Jahren über 40 Prozent der eingesammelten Neuinvestitionen aus.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

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