Frauen in DAX-Vorständen verantworten zunehmend mehr operative Bereiche. Vergütungen der Vorstandsfrauen steigen stärker als die der Männer.

Frauen haben in den Chefetagen deutscher Großkonzerne zunehmend mehr Gewicht. Zwar ist ihr Anteil in den Führungsgremien von DAX-Unternehmen 2019 nicht weiter gestiegen und liegt aktuell bei 14 Prozent.  Doch im Hinblick auf Verantwortung und Gehalt haben Frauen deutlich zugelegt: Mehr als 60 Prozent sind mittlerweile für operative Geschäftsbereiche, Regionen oder den wichtigen Bereich Finanzen verantwortlich.

Darüber hinaus haben die Vergütungen der Frauen in den letzten fünf Jahren deutlich stärker zugelegt als die der Männer. Dies ist das Ergebnis des aktuellen “DAX-Vorstands-Reports”, für den die Personalberatung Odgers Berndtson zum achten Mal die Profile der Vorstandsmitglieder in DAX-Unternehmen untersucht hat.

“Früher wurden Frauen oft für die Leitung eines Zentralbereichs wie HR oder Recht & Compliance in einen DAX-Vorstand berufen. Heute überträgt man ihnen verstärkt auch die Verantwortung für den Vertrieb oder ganze Geschäftsbereiche,” sagt Klaus Hansen, Partner bei Odgers Berndtson und Leiter des jährlichen Reports. “Die alten Verhaltensmuster bei der Rekrutierung von weiblichen Top-Managern brechen auf – wenn auch nur langsam”, so der Berater.

Dem Bericht zufolge verantworten 64 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder im DAX inzwischen auch operative Unternehmensbereiche. 18 der 28 Vorstandsfrauen führen Kerngeschäftsfelder oder Regionen, wie zum Beispiel den Vertrieb, Global Consumer Operations oder die Regionen Europa & Lateinamerika. Vier von ihnen – Dessi Temperley (Beiersdorf), Melanie Kreis (Deutsche Post), Rachel Empey (Fresenius) und Helene von Roeder (Vonovia) – stehen dem wichtigen Bereich Finanzen vor. Zehn Frauen leiten ausschließlich Zentralbereiche wie Personal, Integrität & Recht.

Vergütung: Frauen legen stärker zu als Männer

Der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder stagniert zwar auf dem Niveau der Vorjahre, allerdings haben die Frauen bei der Vergütung deutlich aufgeholt. Seit 2015 ist die Gesamtvergütung der Managerinnen um 24 Prozent gestiegen. Das durchschnittliche Gehalt einer Vorständin liegt aktuell bei 2,75 Millionen Euro. Das Gehalt der männlichen Vorstandsmitglieder hat in demselben Zeitraum dagegen um 8 Prozent auf durchschnittlich 3,68 Millionen Euro zugelegt.

Handlungsbedarf vor allem auf den Führungsebenen unterhalb des Vorstands

Trotz des gesellschaftlichen Drucks sowie der verstärkten Bemühungen der Unternehmen für mehr Frauen in Top-Führungspositionen sind aktuell noch immer sieben Vorstandsgremien in DAX-Konzernen ohne Frauen. Auf den Führungsebenen darunter ist der Handlungsbedarf noch größer. Hier haben lediglich sechs der 30 DAX-Unternehmen ihre betrieblichen Zielquoten für den Anteil von weiblichen Führungskräften erreicht.

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