KfW bringt erste Blockchain-Anleihe nach eWpG

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Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) versucht sich an der Blockchain-Technologie. Mit der Valuta von heute begibt die Förderbank ihr erstes Kryptowertpapier in Form einer Anleihe. Die Anleihe verfügt bei einer Laufzeit bis 10. Dezember 2025 und einem Coupon von 3,125 Prozent über ein Volumen von 100 Millionen Euro. Als Ankerinvestor fungiert die Fondsgesellschaft Union Investment, weitere Investoren sind unter anderem die Berliner Volksbank, die DekaBank, LBBW und Solventis. Die DZ BANK wird unterdessen als Inhaberin der Anleihe in Form einer Sammeleintragung im Register eingetragen. „Unser Ziel war es von Anfang an, möglichst viele Marktteilnehmer an der Transaktion zu beteiligen, um gemeinsam Neues zu lernen“, erklärt Tim Armbruster, Treasurer der KfW.

Regeln für Blockchain-Technologien werden klarer

Bookrunner ist ein Konsortium aus DZ BANK, Deutsche Bank AG, LBBW und dem Bankhaus Metzler. Hierdurch sollen die vier Säulen des deutschen Bankenwesens aus Privat-, Genossenschafts-, Spezial- und Landesbanken abgebildet werden. Das Frankfurter Fintech Cashlink Technologies fungiert als Kryptowertpapierregisterführer. Hauck Aufhäuser Digital Custody stellte die notwendigen Kryptoverwahrdienstleistungen für die KfW zur Verfügung.

„Diese Transaktion ist ein weiterer Meilenstein in Richtung eines digitalen Anleihemarktes. Die konkreten Maßnahmen, wie digitale Anleihen massentauglich zu gestalten sind, werden immer klarer“, kommentiert Friedrich Luithlen, Leiter des Bereichs Debt Capital Markets & Syndication bei der DZ BANK, die Emission. Möglich ist die Blockchain-Anleihe durch das Gesetz über elektronische Wertpapiere von 2021 (eWpG). Auch das Bankhaus Metzler sieht derzeit einige ökonomische Puzzlestücke sich zusammenfügen, die die Tokenisierung von Finanzmarkttransaktionen vorantreiben.

KfW plant bereits nächstes Krypto-Projekt

Die Blockchain-Technologie ermöglicht die dezentrale Speicherung und kryptografische Verschlüsselung von Datensätzen. Dadurch erhofft sich die Branche die Möglichkeit, schnellere Transaktionen und Kosteneinsparungen bei der Verwahrung zu realisieren. Mit Siemens hat bereits im letzten Jahr ein Industrieunternehmen eine Blockchain-Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro auf den Markt gebracht.

Die KfW plant unterdessen bereits das nächste Krypto-Projekt. Konkret hat das Geldinstitut vor, die Abwicklung von Wertpapieren in Zentralbankgeld zu testen. Die Europäische Zentralbank hat für diese Zwecke eine Probephase mit interessierten Marktteilnehmern gestartet, an der auch die KfW als Emittentin beteiligt sein wird.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

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