Volkswagen steuert auf eine ungewisse Zukunft zu. Dafür verantwortlich ist neben der globalen Marktlage insbesondere die jahrelange strukturelle Schieflage des Autobauers. Das Management will nun mit einem harten Sparkurs die hausgemachten Probleme zügig lösen und die Gehälter um mehr als zehn Prozent kürzen. Außerdem sollen die monatliche Zulage von knapp 170 Euro sowie Jubiläumszahlungen für langjährige Mitarbeiter entfallen – zusätzlich zu Werksschließungen samt Abbau tausender Arbeitsplätze. Die Boni für Spezialisten und Führungskräfte sollen zudem an die übrigen Gehaltsgruppen angepasst, also gesenkt werden. Kurzum: Die rund 120.000 hiesigen Mitarbeiter sind in den aktuellen Tarifverhandlungen aufgerufen, auf einen Teil ihrer Löhne zu verzichten – statt wie üblich eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Im Vergleich zu anderen Arbeitgebern zahlt VW stattliche Löhne.

Die Betriebsrenten (bAV) stehen in der aktuellen Auseinandersetzung zwischen Management und Arbeitnehmervertretern jedoch nicht zur Diskussion. „Sie sind nicht Gegenstand der Sparvorschläge aus dem Vorstand“, erklärt uns ein Sprecher des Konzernbetriebsrats. Dennoch zeigt die aktuelle Lage bei VW ein komplexes Spannungsfeld zwischen den geplanten Kosteneinsparungen und bAV. Vergangenes Jahr gab der Konzern rund 12,4 Milliarden Euro für seine Angestellten aus. Dazu zählen nicht nur Löhne, Sozialabgaben und Boni, sondern auch Rückstellungen für die bAV. Darin ist der Wolfsburger Autobauer deutschlandweit spitze, wie eine kürzlich vom Magazin Focus veröffentlichte Auswertung zeigt. Im Geschäftsbericht für 2023 sind Verpflichtungen über 29,7 Milliarden Euro notiert. So viel muss kein anderes Unternehmen im Land zurücklegen. 2023 zahlte Volkswagen insgesamt 1,6 Milliarden Euro an Betriebsrenten aus.
