Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen der DAX-40-Unternehmen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Schätzungen von Mercer stieg er im Jahr 2025 um mehr als 10 Prozentpunkte auf rund 93 Prozent und liegt damit so hoch wie nie zuvor. Ausschlaggebend waren gegenläufige Effekte: Während das Pensionsvermögen trotz Mittelabflüssen von rund 7 Milliarden Euro dank positiver Kapitalmarkterträge auf etwa 273 Milliarden Euro (+12 Milliarden Euro) anwuchs, sanken die Pensionsverpflichtungen deutlich von 317 Milliarden auf rund 291 Milliarden Euro. Haupttreiber war der kräftige Anstieg des Rechnungszinses infolge höherer Marktzinsen.
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Lesen Sie nächste Woche zu dieser Thematik unser Interview mit einem Mercer-Experten.
Die Kapitalanlage profitierte 2025 vor allem von starken Aktienmärkten in Europa und den Schwellenländern, während Anleihen – insbesondere mit langen Laufzeiten – unter Druck standen. Trotz der positiven Entwicklung dreier aufeinanderfolgender Jahre ist der Höchststand der Pensionsvermögen von fast 300 Milliarden Euro per Ende 2021 noch nicht wieder erreicht. Die Änderung der Zusammensetzung des DAX 40 hat indes nur geringfügige Auswirkungen auf den Umfang des Pensionsvermögens, heißt es.
Insgesamt erzielten die Pensionsvermögen eine Rendite von über 7 Prozent. Der hohe Deckungsgrad eröffnet Unternehmen neue Spielräume für De-Risking-Strategien, etwa durch weitergehende Ausfinanzierung, den Einsatz von Pensionsfonds oder strukturelle Maßnahmen zur Reduktion von Bilanz- und Liquiditätsrisiken.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

