APG, der größte niederländische Dienstleister für Pensionsfonds, wird im Rahmen einer Restrukturierung zwischen 1.000 und 1.200 Arbeitsplätze abbauen. Das ist rund ein Viertel der Gesamtbelegschaft. So will der Vermögensverwalter Kosten in Höhe von 240 bis 270 Millionen Euro einsparen. Die Restrukturierung soll das Unternehmen bis 2030 verschlanken. In diesem Zusammenhang werden Geschäftsbereiche, Standorte und Teams umstrukturiert und zusammengelegt. APG-CEO Annette Mosman sagte: „Teams werden sich verändern – einige werden verlagert, andere werden sich aufteilen oder verschwinden.“ Die Vorstandsvorsitzende sieht keine Alternative zum Personalabbau und zu den Kostensenkungen, wenn APG die eigene Position als Marktführer sichern will.
ABP, der niederländische Pensionsfonds für Beamte, hält 92 Prozent an APG. Seit Anfang 2025 verfolgt ABP das Ziel, APG zu seinem exklusiven Fiduciary Manager zu machen. Aktuell ist APG noch für sieben weitere Pensionsfonds tätig. Diesen Mandaten hat APG laut Medienberichten bereits mitgeteilt, dass ihre Zusammenarbeit im Asset Management enden wird.
Ein weiterer Auslöser der Restrukturierung bei APG ist die jüngste Rentenreform in den Niederlanden, denn sie verändert die Absicherungen der Pensionsfonds grundlegend. Während diese bislang ihre Bestände mit langfristigen Zins-Swaps absicherten, sollen sich die Bestände ihrer Portfolios künftig stärker an den Altersgruppen orientieren. Demnach würde Portfolios für Jüngere mehr Aktienrisiko enthalten, für Ältere hingegen risikoärmere Anleihen. In der Folge geht der Bedarf von niederländischen Pensionsfonds an langfristigen Absicherungen deutlich zurück.
APG will auf der einen Seite die Kosten senken und auf der anderen Seite stärker automatisieren, mehr künstliche Intelligenz einsetzen und stärker standardisieren. So will der Provider Pensionsdienstleistungen effizienter und zu niedrigeren Kosten pro Teilnehmer erbringen. Das Unternehmen will den Personalabbau zum Teil durch natürliche Fluktuation auffangen. Künftig hält AGP an den beiden zentralen Kerngeschäftsfeldern der Gruppe, den Pensionsdienstleistungen und dem Asset Management, fest. Letzteres wird ausschließlich der Vermögensverwaltung für ABP vorbehalten bleiben. Daneben wird APG weiterhin als Verwaltungsdienstleister für externe Pensionsfonds tätig sein. Diesen Geschäftszweig will der Provider nach der Umsetzung der Rentenreform für weitere Kunden öffnen.
Als größter Pensionsdienstleister der Niederlande verwaltet APG 590 Milliarden Euro (Stand Juni 2025) an Pensionsvermögen für 4,6 Millionen Teilnehmer. Die bislang rund 4.000 Beschäftigten arbeiten von den Niederlanden, Belgien, New York, Hongkong und Singapur aus für Pensionsfonds und andere Mandanten aus den Bereichen Bildung, öffentliche Verwaltung, Bau, Reinigung, Wohnungsbau, soziale Arbeitsförderung, medizinische Spezialisten und Architektur.
Dr. Guido Birkner ist Chefredakteur von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seit dem Jahr 2000 ist er für die F.A.Z.-Gruppe tätig. Zunächst schrieb er für das Magazin „FINANCE“, wechselte dann als Studienautor 2002 innerhalb des F.A.Z.-Instituts zu den Branchen- und Managementdiensten, später zu Studien und Marktforschung. Von 2014 bis 2020 verantwortete er redaktionell den Bereich Human Resources in der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH. Seit Juli 2019 gehört er der dpn-Redaktion an.

