DAV und IVS fordern Konkretisierung der bAV-Umsetzung 

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Die betriebliche Altersversorgung (bAV) behauptet sich als meistgefragte Zusatzleistung am deutschen Arbeitsmarkt. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Benefitsreports von Allianz Pension Partners, für den mehr als 1.000 Beschäftigte und über 160 Unternehmen befragt wurden.

Für jeden zweiten Arbeitnehmer zählt die Betriebsrente zu den drei wichtigsten Zusatzleistungen eines Arbeitgebers. Auf Arbeitgeberseite fällt das Bild noch klarer aus: Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen sehen die bAV als eines der zentralen Instrumente im Wettbewerb um Fachkräfte an. Sie liegt damit weit vor flexiblen Arbeitszeitmodellen (Platz zwei) sowie der betrieblichen Krankenversicherung und dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (Platz drei).

Demografischer Druck als Treiber

Die hohe Wertschätzung der bAV spiegelt den wachsenden personalpolitischen Druck wider, unter dem Unternehmen in Deutschland derzeit stehen. 87 Prozent der Befragten geben an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Für 65 Prozent ist die Gewinnung neuer Mitarbeiter aktuell die größte personelle Herausforderung. Der bevorstehende Renteneintritt der Babyboomer-Jahrgänge wirkt hier als struktureller Verstärker: Fast 14 Millionen Menschen werden bis Ende des kommenden Jahrzehnts das Rentenalter erreichen. Das bedeutet, dass der Aufbau und die Verwaltung von Betriebsrentenanlagen vor einem anhaltenden Nachfrageschub stehen.

Hinzu kommt, dass 38 Prozent der befragten Arbeitgeber planen, künftig ihre arbeitgeberfinanzierten Leistungen strategisch auszubauen. „Die Betriebsrente bietet eine ideale Ergänzung der gesetzlichen Rente, weil hier Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam für ein zusätzliches Einkommen sorgen“, sagt Heinke Conrads. Sie ist Mitglied im Vorstand der Allianz Lebensversicherung und für das Firmenkundengeschäft verantwortlich. „Mehr betriebliche Vorsorge bedeutet auch mehr Sicherheit für die Menschen in Deutschland.“

Regulatorischer Rahmen nimmt Form an

Die von der Rentenkommission vorgesehene flächendeckende Verbreitung der bAV, kommt da bei der wachsenden Marktnachfrage genau rechtzeitig. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) und das Institut der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS) äußern sich in einer gemeinsamen Stellungnahme positiv zu den Empfehlungen der Alterssicherungskommission.

Im Mittelpunkt ihrer Stellungnahme steht das erstmals formulierte Gesamtversorgungsziel: eine Nettoersatzrate von 70 Prozent über alle drei Säulen des Rentensystems hinweg. Für DAV-Vorstandsvorsitzende Susanna Adelhardt ist das „ein bedeutender Schritt“, der jedoch allenfalls ein Mindestniveau markiere. Sie hält es nun jedoch für entscheidend, dass konkretisiert wird, welchen Beitrag gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung und private Vorsorge jeweils leisten sollen. Dafür sei eine verlässliche und einheitliche Datenbasis notwendig, die das Drei-Säulen-Modell langfristig stabil ausrichten könne. Auch die von der Kommission vorgeschlagene Einrichtung eines Sozialpartnerdialogs bewerten DAV und IVS zunächst positiv, mahnen aber gleichzeitig, dass sich der Diskurs nicht darauf beschränken dürfe.

Kapitalrente: Chancen und Umsetzungsrisiken

Die geplante Kapitalrente ist für Investoren besonders relevant, da sie als kapitalgedecktes Element in die gesetzliche Rentenversicherung integriert werden soll. DAV und IVS bewerten die Einführung positiv, sofern sie renditeorientiert ausgestaltet wird und eine kollektive Risikoteilung ermöglicht. Das gelte laut Adelhardt „nicht nur für die Anspar-, sondern auch für die Rentenphase.“

Zugleich verweisen beide Vereinigungen auf erhebliche Umsetzungsrisiken. Die zwingend erforderliche Einzelkontenführung erfordere neue administrative und technische Infrastruktur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand. Als effiziente Alternative empfehlen DAV und IVS die Nutzung bestehender Systeme aus der bAV oder der privaten Altersvorsorge.

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