Alle Jahre wieder: Die Fondswirtschaft verwaltet das meiste Altersvorsorgekapital

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Seit nun einigen Jahren meldet der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) kurz vor Weihnachten die gleiche Meldung: Die deutsche Fondswirtschaft verwaltet das meiste Altersvorsorgekapital – so auch in diesem Jahr. Um genau zu sein, sind es insgesamt 1.910 Milliarden Euro, laut Umfrage unter den rund 116 Fondsgesellschaften und Asset Managern, die der Lobbyverein vertritt. Die Erhebung beruht auf Zahlen der Jahresmitte.

Damit entfallen 44 Prozent des von der Branche verwalteten Vermögens auf die Altersvorsorge, was dem Anteil des Vorjahres entspricht. Gegenüber dem Jahr 2017 ist der Anteil unterdessen um 4 Prozentpunkte beziehungsweise 700 Milliarden Euro angewachsen. „Die Auswertung zeigt, dass Investmentfonds der Motor der Altersvorsorge sind“, meint Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. Im Jahr 2020 entfiel auf die Altersvorsorge jedoch noch rund die Hälfte des gemanagten Vermögens auf diesen Verwendungszweck, bei einem Wert von 1.600 Milliarden Euro.

Eigene Darstellung nach Zahlen des BVI, Stand 30. Juni 2024.

Richter verweist darauf, dass der Zugang für die Verwaltung des Altersvorsorgekapitals zwar über Versorgungswerke oder den Arbeitgeber entstünde, de facto jedoch der Großteil des Kapitals in Fonds gemanagt werde. So machen von den rund 1.900 Milliarden Euro jeweils rund 30 Prozent die Gelder aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) und der kapitalbildenden Lebensversicherungen aus.

Die Gelder für Altersvorsorgezwecke werden zu mehr als zwei Dritteln in offenen Spezialfonds gemanagt. Bei einer Summe von 1.310 Milliarden Euro verzeichnete die Produktklasse damit einen Zuwachs von 60 Milliarden. Gleiche Netto-Zuwächse verzeichneten auch offene Spezialfonds, die 2024 390 Milliarden Euro an Altersvorsorgekapital vereinigten.

Quelle: BVI – 2024

Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl Anfang kommenden Jahres plädiert Richter dafür, den Weg, den die Reform der privaten Altersvorsorge einschlagen wollte, fortzuführen. „Das jahrzehntealte Mantra, dass nur Garantien und eine Leibrente Altersvorsorge sind, gilt nicht mehr.“ Die neue Regierung habe nun die Aufgabe, dass Deutschland in der Altersvorsorge zu „internationalen Vorbildern“ wie den USA oder Schweden aufschließe.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken