Es gibt doch noch positive Nachrichten, die das Bundesfinanzministerium dieser Tage vermelden kann. Nachdem erst der Haushalt und in der Folge auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds gesperrt wurden, hat der „Wachstumsfonds Deutschland“ sein Zielvolumen von 1 Milliarde Euro erreicht. Damit sei ein zentraler Baustein des Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien – kurz: Zukunftsfonds – der Bundesregierung verwirklicht worden, so das Ministerium.
Der Wachstumsfonds Deutschland investiert in europäische und deutsche Venture-Capital-Fonds mit einem Fokus auf Later Stage und zählt zu den größten Venture-Capital-Dachfonds, die in Europa jemals aufgelegt wurden. Im Gegensatz zu anderen Fonds der Bundesregierung, wird der Wachstumsfonds nicht durch Kreditermächtigungen, sondern mehrheitlich durch private Mittel gespeist. Neben den Ankerinvestoren Bund und KfW Capital sind über 20 institutionelle Investoren engagiert, darunter Versicherungen, Versorgungswerke, Stiftungen, Vermögensverwalter und große Family Offices. Namentlich nennt das Bundesfinanzministerium Allianz, BlackRock, Debeka, Generali Deutschland, Gothaer Versicherung, HUK-Coburg, die RAG-Stiftung, Signal Iduna, Stuttgarter Lebensversicherung, Tecta Invest sowie die Württembergische Lebensversicherung.
„Hervorragender Zugang zum europäischen und deutschen Wagniskapital“
Der Fonds besteht aus zwei parallelen Investmentvehikeln, die den unterschiedlichen Risikopräferenzen der einzelnen Investorengruppen entgegenkommen und ist ein positives Beispiel für eine marktwirtschaftlich ausgerichtete Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft. Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe und Aufsichtsratsvorsitzender von KfW Capital, spricht von einem „großartigen Beispiel, wie die öffentliche Hand und private Investoren gemeinsam das Venture-Capital-Ökosystem in Deutschland bzw. Europa stärken können.“ Der Fonds soll die Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Start-ups deutlich verbessern und so zukünftiges Wachstum für die europäische und deutsche Wirtschaft ermöglichen. Der Sektorfokus des Fonds liegt in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Science sowie Climate- and Food Tech.
„Der Wachstumsfonds Deutschland bietet Investorinnen und Investoren einen hervorragenden, breiten und diversifizierten Zugang zum europäischen und deutschen Wagniskapital“, kommentiert Bundesfinanzminister Christian Lindner. „Er ist ein Musterbeispiel dafür, wie Staat und Unternehmen an einem Strang ziehen können, wie Kapital aus dem Privatsektor freigesetzt und wie Wachstum geschaffen werden kann. Und zwar nicht durch staatliche Subventionen, sondern durch den Einsatz von privaten Investoren.“
Als Verwahrstelle und Custodian des Wachstumsfonds fungiert BNP Paribas, KVG ist Universal Investment. „Unsere Expertise im Bereich Verwahrstellen steuern wir gerne zum Gelingen des Wachstumsfonds Deutschland bei“, so Thorsten Gommel, CEO Securities Services bei BNP Paribas Deutschland, Österreich, Niederlande & Nordics. „Denn dieser legt die Basis für Innovationskraft und wirtschaftliches Wachstum in Deutschland und Europa. Sofia Harrschar, Head of Alternative Investments & Structuring, bei Universal Investment, zeigt sich erfreut darüber, dass es gemeinsam mit KfW Capital gelungen sei, eine passgenaue Lösung für die unterschiedlichen Investorengruppen zu entwickeln, die trotz der nicht einfachen Marktbedingungen so gut angenommen wurde. „Wir ermöglichen institutionellen Investoren damit den Einstieg in die innovative Asset-Klasse Venture Capital.“
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

