Die demografische Entwicklung in Deutschland ist nicht neu, doch bisher blieben grundlegende politische Reformen im Bereich der Alterssicherung aus. Vor diesem Hintergrund begrüßt die Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV) die Pläne der neuen Bundesregierung, eine Rentenkommission zu etablieren. „Es zählt jetzt nur noch eins: machen – jetzt“, so Susanna Adelhardt, Vorsitzende der DAV. Sie betont die Dringlichkeit eines raschen Handlungsbeginns, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen und die Alterssicherung für künftige Generationen sicherzustellen.

Adelhardt warnt, dass ohne klare und ambitionierte Zielvorgaben die Gefahr besteht, dass die Kommission lediglich den kleinsten gemeinsamen Nenner findet, was zu einer weiteren Belastung der künftigen Beitragszahler führen könnte. Daher fordert sie mutige und nachhaltige Reformvorschläge, die das gesamte Alterssicherungssystem in den Blick nehmen – von der gesetzlichen Rentenversicherung bis hin zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge.
Die DAV fordert die sofortige Einsetzung der Rentenkommission, eine klare Zieldefinition sowie die Prüfung aller Optionen ohne Denkverbote. In einem langfristigen „Agenda 2035 für die Alterssicherung“ müsse ein tragfähiges Konzept entwickelt werden, das die steigende Zahl an Rentenbeziehern verantwortungsvoll berücksichtigt und die Belastungen zwischen den Generationen gerecht verteilt. „Die Agenda 2035 für die Alterssicherung ist nicht nur ein Ziel, sondern auch ein Ausdruck gelebter Verantwortung und Solidarität zwischen den Generationen“, so Adelhardt. Die DAV fordert eine systematische Verknüpfung von Versorgungshöhe und Finanzierungslast, um eine nachhaltige Lösung zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird.
Goran Culjak war bis 2026 Redakteur bei dpn. Seine Zuständigkeit umfasste in erster Linie Themen rund um das Pensionsmanagement. Einen besonderen Fokus legte er auf die Berichterstattung zur betrieblichen Altersvorsorge.

