Verwahrstellen vor neuen digitalen und regulatorischen Herausforderungen

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Es tut sich einiges im Markt für Verwahrstellen. Während Investoren vor allem dann zufrieden sind, „wenn ich meine Verwahrstelle gar nicht bemerke“ (Dr. Hans Wilhelm Korfmacher, WPV), konsolidiert sich das Anbieterfeld bei Verwahrstellen und Custodians weiter. Wie schnell und wie stark diese Konsolidierung in den nächsten Jahren vorankommen wird, darüber diskutierten Experten auf dem „Verwahrstellen und KVG Summit 2023“ von FAROS & BZ kontrovers. Uwe Rieken und Jürgen Scharfenorth von FAROS hatten die neue Konferenz auf die Beine gestellt.

In der Diskussion waren sich Jörg Debé von der DekaBank, Dietmar Roessler von BNP Paribas und Boris Fiedler von SGSS darin einig, dass die Zahl der Verwahrstellen in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird. Zu groß ist der Kostendruck, zu hoch die immer neuen regulatorischen Anforderungen, zu hart der Preiskampf, als dass jeder Anbieter dem verschärften Wettbewerb auf die Dauer standhalten wird. „Wir wissen bereits, dass sich ein weiterer Provider gerade darauf vorbereitet, die Geschäftstätigkeit einzustellen und Mandate abzugeben“, verriet Jürgen Scharfenorth – leider ohne den Namen zu nennen.

Die Diskutanten machten klar, dass sich die Preisspirale abwärts nicht mehr fortsetzen darf. Schließlich schlagen für Verwahrstellen bereits jetzt Investitionen in digitale Tools zu Buche. Und mit der verschärften ESG-Regulatorik brauchen die Provider deutlich mehr und neuere Daten als bisher. Zudem wirft die DLT-/Blockchain-Technologie ihre Schatten voraus. Auch darauf bereiten sich die Verwahrstellen bereits vor und werden hierfür in den kommenden Jahren viel Geld für die Entwicklung in die Hand nehmen müssen – wenn sie am Markt fortexistieren wollen.

Das Ergebnis der fortschreitenden Digitalisierung soll vor allem eine höhere Effizienz im Settlement, insbesondere im Datentransfer zwischen den Verwahrstellen und ihren Kunden, sein. „Doch mehr Effizienz bedeutet nicht automatisch geringere Kosten“, betonte Boris Fiedler. Auch Dietmar Roessler verwies auf die eigenen Investitionen in die Blockchain-Technologie und hob hervor, dass ein Teil dieser Kosten über den Preis beim Kunden ankommen muss. Zudem verwies er auf eine neue Vorgabe der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC), den Standardabwicklungszyklus für die meisten Wertpapiergeschäfte in von T+2 zu T+1 zu reduzieren. „Darauf müssen wir uns auch in unserem Geschäft einstellen.“ Jörg Debé unterstrich am Beispiel des Anteilsscheingeschäft für Spezialfonds, dass noch längst nicht jeder Standardprozess digitalisiert sei.

Dr. Guido Birkner ist Chefredakteur von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seit dem Jahr 2000 ist er für die F.A.Z.-Gruppe tätig. Zunächst schrieb er für das Magazin „FINANCE“, wechselte dann als Studienautor 2002 innerhalb des F.A.Z.-Instituts zu den Branchen- und Managementdiensten, später zu Studien und Marktforschung. Von 2014 bis 2020 verantwortete er redaktionell den Bereich Human Resources in der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH. Seit Juli 2019 gehört er der dpn-Redaktion an.

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