Der deutsche Pflegemarkt bietet institutionellen Investoren laut Agora Invest aussichtsreiche Renditen.

Pflegeimmobilien eine aufstrebende Asset-Klasse mit Mehrwert, betont der Spezialist für Real-Estate. Der demografische Wandel führe zu einem großen Neubaubedarf am Pflegemarkt. Im Vergleich zu 2017 wird die Anzahl an Pflegebedürftigen bis 2030 um 20 Prozent auf 4.103.000 Menschen steigen, berichtet das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Bis 2050 erhöht sich die Zahl noch einmal um 12 Prozent auf auf 5.355.000.

Anlegern biete der Pflegemarkt viele Wachstumschancen, denn es fehle an geeigneten Einrichtungen. So fehlt es beispielsweise an angemessenen Betreuungseinrichtungen für Alzheimerkranke, beispielsweise in Wohngruppen. Hinzu kommt ein Mangel an speziellen Wohnquartieren mit gezielter Nahversorgung in Kombination mit Ärztehäusern, ambulanter oder stationärer Pflege. In erster Linie fehlt es am deutschen Pflegemarkt somit an Einrichtungen für einen „flexiblen“ Übergang in einer vertrauten Wohnatmosphäre mit gleichzeitiger Möglichkeit, von Experten betreut zu werden.

Laut Agora Invest haben institutionelle Investoren sowie Projektentwickler das Thema bisher nicht ausreichend besetzt. Laut den Experten sollte ein Investor sich dabei nicht nur auf ein Teilsegment – etwa Pflegeheime – konzentrieren. Vielmehr sollte das gesamte Spektrum der „Social- and Care-Immobilien“ in Betracht gezogen werden. So könnte ein Portfolio mit einem Mix aus altersgerechtem Wohnen bis zu Pflegeeinrichtungen aufgebaut werden.

Immobilien: Stabil in der Krise

Laut Agora Invest zeigte sich der Immobilienmarkt im Jahr 2020 trotz der Covid-19-Krise bisher sehr robust. Und dies gilt nicht nur für den Pflegeimmobilien. Auch Logistik und Wohnimmobilien im Allgemeinen blieben gefragt. So seien die Preise von Wohnimmobilien in Metropolen im 1. und 2. Quartal zwischen 2 und 4 Prozent angestiegen. Aber nicht nur die A-Lagen entwickeln sich positiv. Auch Wohnprojekte abseits der Hotspots haben Potenzial.

Versicherungen haben ihre Immobilienanlagen laut dem jährlichen „Trendbarometer Assekuranz” von EY Real Estate in der Corona-Pandemie weiter ausgebaut, heißt es weiter. Die durchschnittliche Immobilienquote stieg demnach von 10,3 Prozent vor einem Jahr auf nun 10,8 Prozent. Das ist ein neuer Höchstwert. Dabei soll die Quote in der Regel noch weiter ausgebaut werden. Beliebteste Anlageklasse der Versicherer waren Logistikimmobilien mit 83 Prozent. Aber nicht nur Versicherungsunternehmen fragten Logistikobjekte nach. Auch andere institutionelle Anleger stockten ihre Investments in diesem Sektor auf. Insgesamt nahm das Transaktionsvolumen am Logistikmarkt im ersten Halbjahr 2020 um 43 Prozent zu.

Auf die Logistikimmobilien folgten Wohnimmobilien in der Beliebtheit bei Versicherern, berichtet EY Real Estate weiter. Sie lagen bei 75 Prozent. Büroimmobilien, die lange den Spitzenplatz in der Beliebtheitsskala inne hatten, rutschten ab auf Platz 3 mit 73 Prozent.

Zudem neigen die Immobilien-Investoren in der Pandemie zu mehr Vorsicht: Core (82 Prozent) und Core-Plus (75 Prozent) sind die favorisierten Risikokategorien, während tendenziell weniger Value-add-Investments geplant sind.

Die durchschnittliche Rendite über alle Immobilien-Arten hinweg lag bei 3,6 Prozent, so Agora. Bei Direktanlagen erwartet die Marktteilnehmer für 2020 im Schnitt eine Rendite von 3,2 Prozent, für die indirekten Anlagen 5,2 Prozent.

 

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