Impact Investing ist bevorzugter Ansatz zur Umsetzung von Nachhaltigkeit. Bedeutung vollständiger ESG-Integration in den Anlageprozess nimmt zu – die Sorgen auch.

Bei institutionellen Investoren hat Impact Investing enorm an Bedeutung gewonnen und sich neben ESG-Integration sowie Positvscreening zu einer der wichtigsten Säulen des nachhaltigen Investierens entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Schroders Insitutional Investor Study 2022, für die weltweit 770 Anleger befragt wurden, die zusammen 27,5 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten verwalten.

Der Anteil der Investoren, die Impact Investing als bevorzugten Ansatz zur Umsetzung von Nachhaltigkeit ansehen, ist weltweit im Vergleich zum Vorjahr von 38 auf 48 Prozent gestiegen. Unter den europäischen Anlegern sind es sogar 50 Prozent nach 41 Prozent im Jahr 2021. Zudem habe die Bedeutung der vollständigen ESG-Integration in den Anlageprozess zugenommen, wodurch dieser Ansatz noch stärker in den Vordergrund gerückt ist.

Wirkungsorientierte Investitionen werden für Anleger immer wichtiger

Thematisch steht bei den institutionellen Investoren das Thema Energiewende im Fokus. 59 Prozent der Befragten gaben an, dass neue Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich sie dazu bewegen würden, mehr in nachhaltige Anlagen zu investieren. Besonders in Großbritannien und in Europa sei dieser Schwerpunkt mit 68 Prozent bzw. 62 Prozent besonders stark ausgeprägt.

Fast vier von zehn Anlegern hätten sich der Studie zufolge zudem verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Mit 42 Prozent liegen europäische Investoren hier an der Spitze vor ihren Kollegen aus Lateinamerika (42 Prozent), Asien-Pazifik (37 Prozent) und Nordamerika (28 Prozent).

Das Netto-Null-Ziel gewinnt bei institutionellen Investoren an Bedeutung

Weltweit bleibt Engagement für Investoren ein wichtiger Schwerpunkt. 59 Prozent gaben an, dass konkrete Belege für reale Auswirkungen die wichtigste Komponente einer Active-Ownership-Strategie seien. Und für 64 Prozent der Befragten ist Governance, also die gute Unternehmensführung, das wichtigste Thema.

Bedenken bleiben

Dennoch nehmen die Sorgen hinsichtlich der Wertentwicklung nachhaltiger Anlagen zu. Gaben dies im Jahr 2021 noch 38 Prozent der Befragten als Herausforderung an, war es nun mit 53 Prozent schon mehr als die Hälfte. Hier wird eine Trendwende erkennbar, die wohl das insgesamt schwieriger gewordene Marktumfeld widerspiegelt. Denn die Renditeerwartungen der institutionellen Investoren haben sich für die nächsten fünf Jahre im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, was auf Sorgen über die Auswirkungen steigender Inflation und Zinsen, die zunehmende geopolitische Unsicherheit sowie die Befürchtung einer weltweiten Konjunkturabschwächung zurückzuführen ist.

Aller Sorgen zum Trotz kommt die Studie zu dem Schluss, dass das Vertrauen der Anleger in die Erreichung ihrer Renditeziele stabil geblieben ist. Dies könnte allerdings auch das Ergebnis zurückgeschraubter Erwartungen sein.

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