Wegen Menschenrechtsverletzungen trennt sich die AkademikerPension von Aktien und Staatsanleihen im Wert von rund 54 Millionen Euro aus dem Reich der Mitte.

Als erste Pensionskasse Dänemarks schließt die AkademikerPension Anlagen in China aus dem Anlageuniversum aus. Grund sind Bedenken hinsichtlich von Menschenrechtsverletzungen. Der Vorstand des Fonds habe die Entscheidung einstimmig getroffen, teilt der Pensionsfonds  mit. Nun stehe der institutionelle Investor vor der Aufgabe, sich von Anleihen und Aktien im Wert von knapp 400 Millionen dänischen Kronen oder umgerechnet rund 54 Millionen Euro zu trennen und anderweitig anzulegen.

“Wir haben China schon lange beobachtet. Es ist bekannt, dass das Land systematisch Menschenrechte verletzt, und wir können nicht länger die Augen verschließen”, sagt Jens Munch Holst, Direktor von AkademikerPension. Der Fonds bezieht sich unter anderem auf die Situation in Hongkong. Zudem befinden sich weiterhin über eine Million Uiguren in Erziehungslagern. Die Todesstrafe wird im Reich der Mitte weiter häufig vollzogen. Zudem werden Minderheiten und politische Gegner anhaltend verfolgt, heißt es aus Gentofte, einem Vorort der Hauptstadt Kopenhagen.

AkademikerPension: Soziale Verantwortung übernehmen

“Unser Ziel bei AkademikerPension ist es, das Profil in Bezug auf Verantwortung zu schärfen. Unser Motto lautet, dass Rückkehr und Verantwortung Hand in Hand gehen müssen, und wenn wir über Verantwortung sprechen, ist es schwierig zu argumentieren, dass wir China im Portfolio behalten sollten “, sagt Jens Munch Holst. In der Vergangenheit hat AkademikerPension, die bis vor Kurzem unter dem Namen MP Pension firmierte, nun insgesamt 36 Länder ausgeschlossen. Dazu gehören Saudi-Arabien, Thailand und der Iran.

Die wichtigste Aufgabe sei zwar sicherzustellen, dass die Mitglieder eine Rente erhalten, von der sie gut leben können. Allerdings übernehme man auch eine soziale Verantwortung. In diesem Zusammenhang müsse die Veräußerung der China-Investments gesehen werden.

AkademikerPension verwaltet ein Vermögen von umgerechnet 17 Milliarden Euro. Sie ist die Pensionskasse vornehmlich für Akademiker im öffentlichen Dienst. Neben Angestellten in Universitäten und Schulen werden aber auch Akademiker aus dem Privatsektor versorgt. Insgesamt gehören der Pensionskasse über 140.000 Mitglieder an.

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