Die Investmentbranche lebt von Daten. Die jüngsten Fortschritte bei der Datenqualität und dem Datenzugang haben die Branche zu ihrem heutigen Stand gebracht. Weitere Innovationen bei der Zusammenstellung und Nutzung von Daten werden das Anlagegeschäft verändern. Institutionelle Anleger aller Art wissen, dass Daten eine unverzichtbare Ressource sind: Daten sind nicht nur die Einstiegskosten, sondern auch ein entscheidendes Mittel zur Differenzierung und zum Wettbewerbsvorteil.
Unter diesem und dem Gesichtspunkt KI hat State Street eine weltweit angelegte Befragung von mehr als 500 Vermögenseigentümern, Vermögensverwaltern, Wealth Managern, öffentlichen Institutionen und Versicherern aus Nord- und Südamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum durchgeführt. Die Erhebung stützt sich auf Interviews mit externen Experten und Partnern und untersucht die Datenmöglichkeiten im Zeitalter der KI für institutionelle Anleger in ihren gesamten Geschäftsbereichen. Es ist die erste umfassende Branchenstudie, die die Datenchancen in wirtschaftlicher Hinsicht quantifiziert und Einblicke in den Stand der Datentransformation bei den Unternehmen, die Herausforderungen und die ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente bietet.
Insgesamt stellen die Studienautoren fest, dass der Fortschritt bei den Kapitalsammelstellen im Schneckentempo verläuft. Überraschender ist die Erkenntnis, dass die Unterschiede zwischen Nordamerika und Europa beim Thema KI nicht so erheblich sind, wie oft vermutet wird. Die weiteren wesentlichen Ergebnisse der Studie sind:
• Mehr als 90% erwarten, dass sie von Datennutzung, insbesondere KI, profitieren werden.
• Unternehmen mit einer konsistenten Datenstrategie sprechen von einer Steigerung der Kundenzufriedenheit von 24%.
• Neukundengewinnung verbessert sich um ein Fünftel.
• Allerdings sagen zwei Drittel, dass sie bisher noch über keine konsistente Datenstrategie verfügen.
• Ausweitung der Nutzung über die derzeitigen Schwerpunktbereiche hinaus, wie z. B. Risikobewertung, Erfüllung von ESG-Zielen und Verfolgung der Anlageperformance.
• Stand der Datenumstellung auf digitale Standards: Nur 40 Prozent sind auf halbem oder mehr als halbem Weg.
• Die Branche schätzt, dass sie ihre Technologie um 50% aufrüsten muss, um ihre IT-Ziele zu erreichen.
• Outsourcing: Sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren
• Digitalisierung bring Fortschrotte an allen Fronten. Cybersicherheit wird mehrheitlich an erster Stelle genannt.
Unterm Strich lässt sich sagen: Die Daten stellen für institutionelle Anleger eine große Chance dar. Diejenigen, die eine ganzheitliche Strategie verfolgen, verzeichnen bereits erhebliche Vorteile in Form von Umsatzwachstum und höherer Kundenzufriedenheit, -bindung und -akquisition. Um die Chancen zu nutzen, geben die Unternehmen erheblichen Investitionen in Technologie den Vorrang vor Talent und sind offen für Partnerschaften und Outsourcing. Die gesamte Studie im pdf-Format finden Sie hier: AI_Survey_2023_STT.
Goran Culjak war bis 2026 Redakteur bei dpn. Seine Zuständigkeit umfasste in erster Linie Themen rund um das Pensionsmanagement. Einen besonderen Fokus legte er auf die Berichterstattung zur betrieblichen Altersvorsorge.

