Für die Studie „Pension Risk Management und Anlage von Pensionsvermögen 2019“ befragte Willis Towers Watson von Juli bis September 2019 Entscheider aus insgesamt 38 Unternehmen, Stiftungen, CTAs sowie Pensionseinrichtungen mit einem Anlagevermögen von insgesamt 163 Milliarden Euro.

Nur 71 Prozent der Pensionsanleger haben ihre Renditeziele im zurückliegenden Jahr erreicht, vergleichen mit 96 Prozent im Vorjahr. Regulierte Investoren allokieren ihre Pensionsvermögen zu 65 Prozent in Anleihen (2018: 66 Prozent), zu 10 Prozent in Aktien (2018: 12 Prozent) und zu 25 Prozent in Immobilien, Alternatives und Kasse (2018: 22 Prozent). Unregulierte Investoren haben die Allokation in Anleihen zugunsten Alternativer Investments reduziert. Sie setzen zu 44 Prozent auf Anleihen (2018: 58 Prozent), zu 21 Prozent in Aktien (2018: 25 Prozent), zu 22 Prozent in Alternatives (2018: 5 Prozent) sowie 14 Prozent in Immobilien und Kasse (2018: 12 Prozent).

“Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern.“

Nigel Cresswell, Leiter Investmentconsulting bei Willis Towers Watson Frankfurt

Die Empfehlung zur Reallokation in alternative, illiquide Anlageklassen habe sich bei den Investoren noch nicht umfassend durchgesetzt. “Aktuell sehen wir starke Zuflüsse nur in einzelnen Anlageklassen wie zum Beispiel Private Equity, was auch hier schrumpfende Renditeniveaus zur Folge haben wird und den Trend, in bestimmten Anlagemustern zu verharren, unterstreicht“, so Cresswell.

Dabei werden Pensions-Portfolios weiterhin von Anleihen dominiert. Illiquiditätsprämien werden zwar genutzt, jedoch zu Lasten anderer Renditequellen. Die Anleihequote wird hingegen nicht ausreichend reduziert. Dabei nutzen regulierte Pensionsanleger den vorhandenen Risiko-Spielraum nicht aus. „Mit dieser Portfolio-Struktur können die erforderlichen Renditen nicht erwirtschaftet werden“, führt Cresswell aus.

Outsourcing-Pläne weitgehend umgesetzt

Ein Vergleich zur ersten Auflage der Studie vor zehn Jahren zeigt zwar, dass der Anteil an alternativen Anlagen deutlich gestiegen ist: von durchschnittlich sechs Prozent im Jahr 2010 auf heute neun Prozent bei regulierten und 22 Prozent bei unregulierten Investoren. “Wir hätten jedoch einen noch stärkeren Anstieg erwartet“, so Tobias Bockholt, Senior Investment Consultant bei Willis Towers Watson. Den Grund für das zögerliche Vorgehen der Investoren sieht Bockholt in den hohen Governance-Anforderungen für diese Anlageklasse. “Insbesondere kleinere Anleger verfügen nicht über ausreichend Ressourcen, um das hierfür notwendige Know-how aufzubauen. Mit Blick auf die erforderlichen Renditen wären jedoch ein dynamischeres Anlageverhalten und eine informierte Risikonutzung angebracht“, sagt Bockholt.

Es zeigt sich zudem der  Trend, Investment-Entscheidungen insbesondere im Bereich der illiquiden Anlageklassen auszulagern. In den “klassischen“ Bereichen dürften Outsourcing-Pläne bereits weitgehend umgesetzt oder zurückgestellt worden sein, heißt es.

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