Das ist das Resümee einer Studie von DSW – Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Controlling der TU München.

Während Konzerne ihre Betriebsrentenpläne für die Mitarbeiter zügig von Defined Benefit auf Defined Contribution umstellen, fassen sie die Leistungszusagen für Vorstandsmitglieder zögerlich an. Gerade im DAX 30 halten sich viele Unternehmen bei den Pensionsplänen für den Vorstand bedeckt: Trotz anderweitiger Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex überwiegt die Intransparenz in den Pensionsplänen für die Chefetage, wie eine DSW-Studie zeigt. Dieser Artikel erschien zuerst in der August/September-Ausgabe von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten.

Bei den Pensionen der DAX-30-Vorstände tut sich etwas, wenn auch nur langsam. Zwar sind börsennotierte Konzerne gehalten, Vergütungsberichte zu veröffentlichen, doch die Angaben zu den Vorstandspensionen bleiben oft intransparent. Das macht es teilweise unmöglich, die Pensionspläne der Konzerne über die reinen Zahlen hinaus miteinander zu vergleichen. Zu diesem Ergebnis kommt die „DSW-Vorstandsvergütungsstudie 2021“. Herausgeber ist die DSW – Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Controlling der TU München.

Tatsächlich fassen die Unternehmen die Pensionspläne ihrer Vorstandsmitglieder deutlich zaghafter an als die bAV-Pläne für ihre Beschäftigten. Laut Christiane Hölz, Vergütungsexpertin bei der DSW, gewähren aktuell neun DAX-Konzerne ihren Vorstandsvorsitzenden ausschließlich Pensionspläne mit Leistungszusagen. Vor zehn Jahren waren es noch 17 Gesellschaften. Zusätzlich erhalten die Vorstandsvorsitzenden von Bayer und Infineon sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionszusagen. 2011 erhielten die Vorstandsvorsitzenden von sieben Unternehmen sowohl Beitrags- als auch Leistungszusagen. Umgekehrt bieten derzeit 16 Unternehmen Pensionspläne mit Beitragszusagen an, im Jahr 2011 waren es lediglich vier Gesellschaften. Laut DSW halten immer noch viele Konzerne ungeachtet des Niedrigzinses und steigender Pensionsrückstellungen an Defined Benefits fest, auch wenn Defined Contribution inzwischen im DAX 30 überwiegt.

Die Zukunft der Vorstandspensionen sollte nach Ansicht der DSW über Versorgungsentgelte laufen. Pensionsrückstellungen für Vorstände und deren Angehörige würden dann der Vergangenheit angehören. Doch der Weg dahin ist noch weit. Haben 2011 erst zwei DAX-Konzerne ihren Vorständen Versorgungsentgelte statt Pensionszusagen angeboten, sind es heute acht Unternehmen.

Im Durchschnitt betragen die Pensions-zusagen laut DSW etwa ein Drittel des Festgehalts. Während sich die jährlichen Pensionszusagen der CEOs im DAX im Mittel auf 546.000 Euro belaufen, liegt der Durchschnittswert des Festgehalts der Vorstandsvorsitzenden bei 1,56 Millionen Euro. An der Spitze steht Werner Baumann von Bayer mit einer jährlichen Pensionszusage von 1,3 Millionen Euro. Dahinter folgen der inzwischen ausgeschiedene Elmar Degenhart von Continental mit 1,1 Millionen Euro und Frank Appel von Deutsche Post DHL mit 1,0 Millionen Euro. Am unteren Ende finden sich Niklas Östberg von Delivery Hero und Michael Zahn von Deutsche Wohnen. Beide DAX-Neulinge gewähren ihren CEOs keine Pensionszusagen.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »