Fondsselektoren managen 2024 aktiver

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Das Jahr 2024 kündigt sich als eine Ära der Umwälzungen für die Welt der institutionellen Anlagestrategien an, geprägt durch ein Zusammenspiel aus makroökonomischen Verschiebungen, geopolitischen Spannungen und paradigmatischen Technologieentwicklungen. Im Zuge des Fund Selector Outlook 2024 befragte die Fondsgesellschaft Natixis Investment Managers 500 Fondsselektoren Ende vergangenen Jahres zu ihren Erwartungen an das Jahr 2024. Die Fondsselektoren, die kollektiv fast 35 Billionen Dollar verwalten, zeichnen ein detailliertes Bild der Erwartungen und Strategien, die das kommende Jahr bestimmen werden. Dabei haben sie ihre Renditeprognose für 2024 im Vergleich zum Vorjahr um fast 28 Prozent nach unten korrigiert – von 8,8 auf durchschnittlich 6,3 Prozent.

Die makroökonomische Landschaft im Wandel

Mit einer Mehrheit von 52 Prozent rücken die Fondsauswähler die Angst vor einer Rezession an die Spitze ihrer wirtschaftlichen Bedenken für 2024. Diese Sorge ist verankert in der Erwartung langsameren Wachstums, welches durch eine Vielzahl von Faktoren, einschließlich der andauernden geopolitischen Unruhen, verstärkt wird. Folglich wird auch die geopolitische Volatilität, insbesondere durch Russlands Krieg gegen die Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten, von 50 Prozent der Befragten als eine der größten Bedrohungen eingestuft. Diese Faktoren tragen zu einer Atmosphäre der Unsicherheit bei, die die Marktstimmung und Investitionsentscheidungen prägt.

Die Anhebung der Zinssätze als Reaktion auf hohe Inflationsraten hat einen Optimismus für Anleihen geweckt, mit 66 Prozent der Fondsauswähler, die diesen 2024 ein gutes Jahr prophezeien. Diese positive Sichtweise spiegelt sich ebenfalls in der Einschätzung von Private Debt (57 Prozent) und Private Equity (55 Prozent) wider, was auf eine breitere Diversifikation der Anlagestrategien hindeutet. Trotz dieser optimistischen Ausrichtung bleiben Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Performance des Aktienmarktes bestehen. 34 Prozent der Befragten befürchten einen Rückgang der Verbraucherausgaben und damit potenziell negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte.

Gespaltene Meinung bei Aktien

Schlussendlich stehen 49 Prozent der Aktien bullisch – und 51 Prozent bärisch gegenüber. Die Zinserwartungen für das Jahr 2024 sind ein Schlüsselelement in der Planung der Fondsauswähler, wobei 75 Prozent die Bedeutung des Zeitpunkts der Zinssenkungen hervorheben. Eine Mehrheit von 54 Prozent prognostiziert Zinssenkungen im Jahr 2024, wobei regionale Unterschiede auffällig sind: 71 Prozent in Asien, 62 Prozent im Vereinigten Königreich und 61 Prozent in den USA sehen Kürzungen voraus, während nur 40 Prozent in der EMEA-Region solche erwarten. Die meisten gehen davon aus, dass diese Zinssenkungen entweder im zweiten oder dritten Quartal erfolgen. Fast drei Viertel der Befragten legen sich sogar auf zwei oder drei Zinssenkungen fest.

Inmitten der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten bleibt der Technologie- und insbesondere der KI-Sektor ein Bereich, dem großes Wachstumspotenzial zugeschrieben wird. Zwei Drittel der Fondsauswähler sind überzeugt, dass KI das Wachstum im Technologiesektor beschleunigen wird, und 47 Prozent betrachten KI als eine größere Chance als das Internet. Diese Überzeugungen unterstreichen die Bedeutung von Innovation und technologischer Entwicklung als treibende Kräfte hinter Anlagestrategien in einem sich wandelnden Marktumfeld.

2024 vermehrt Aktives Management gefragt

Die Bedeutung von aktivem Management wird in einem zunehmend volatilen und unsicheren Marktumfeld hervorgehoben, mit 75 Prozent der Befragten, die es als wesentlich für die Generierung von Alpha im Jahr 2024 ansehen. Diese Präferenz für aktives Management reflektiert die Notwendigkeit, schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können und die sich bietenden Chancen gezielt zu nutzen. In Reaktion auf die herausfordernde Anlagelandschaft planen die Fondsauswähler unterdessen keine grundlegenden Änderungen ihrer Anlagestrategien.

Stattdessen bevorzugen sie taktische Anpassungen und eine sorgfältige Neupositionierung innerhalb der Anlageklassen, um den sich verändernden Marktbedingungen Rechnung zu tragen. Dabei planen 83 Prozent, das Volumen aktiver Anlagen auf ihren Plattformen zu erhöhen oder beizubehalten. Die Popularität von Modellportfolios steigt ebenfalls, mit 85 Prozent der Fondsauswähler, die diese als Teil ihres Angebots bereithalten, wobei ein Trend zur Einbindung von Drittmodellmanagern erkennbar ist, um die Angebotspalette zu erweitern und Kundenanforderungen besser zu erfüllen.

Parallel dazu gewinnen aktive ETFs an Bedeutung, indem sie die Vorteile von ETFs mit den strategischen Möglichkeiten des aktiven Managements kombinieren. Diese Entwicklungen spiegeln eine strategische Anpassung an die zunehmende Marktunsicherheit wider und zielen darauf ab, durch maßgeschneiderte und flexible Anlagelösungen Mehrwert für Investoren zu schaffen.

Navigation durch unruhige Anlagegewässer

Das Jahr 2024 wird ein entscheidendes Jahr für Fondsauswähler sein, die vor der Aufgabe stehen, durch ein komplexes Geflecht von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten zu navigieren. Während die Aussichten auf eine Rezession und andere makroökonomische Herausforderungen Anlass zur Sorge geben, bieten die Verschiebungen in den Anlagepräferenzen, das verstärkte Interesse an Technologie und die strategische Ausrichtung auf aktives Management Wege aus der Krise.

Arrian Correns war Redakteur bei dpn. Er schrieb vor allem zu den Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

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