Instis halten am Immobilienmarkt die Füße still. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Immobilienmanagers Industria, der hier hierfür insgesamt 372 institutionelle Anleger kontaktierte. Von den 36 Teilnehmern plant die Hälfte ihren Anteil am Betongold zunächst konstant zu halten. Rund 36 Prozent planen jedoch eine Reduzierung – etwa 31 Prozent leicht um weniger als einen Prozentpunkt, weitere 5,6 Prozent um mehr als einen Prozentpunkt. Von dem Kapital, das in den kommenden zwölf Monaten noch in Immobilien fließen soll, entfällt rund ein Drittel auf Wohnimmobilien. Unter den Befragten finden sich jedoch auch Bestandsanleger von Industria-Spezialfonds.
Sicherheit vor Rendite
Dabei nimmt insbesondere die Sicherheitsorientierung zu. Dieses Jahr gaben 91,3 Prozent an, in den kommenden zwölf Monaten in Core-Immobilien investieren zu wollen – vor einem Jahr waren es noch 72,1 Prozent. Parallel sanken die Renditeanforderungen. Bei deutschen Wohnimmobilien bezifferten mehr als 53 Prozent ihre Erwartungen mit 3,5 bis 4,0 Prozent jährlich. Für internationale Wohninvestments nennen mehr als 55 Prozent die Spanne von 4,0 bis 4,5 Prozent.
Mit Blick auf das Volumen wollen jeweils 35 Prozent zwischen 20 und 50 Millionen Euro beziehungsweise zwischen null und 20 Millionen investieren. Nur zehn Prozent planen mehr als 100 Millionen Euro. „Viele institutionelle Investoren haben volle Immobilienquoten und investieren aktuell nur sehr selektiv in Immobilien“, kommentiert Thomas Wirtz, Geschäftsführer von INDUSTRIA Immobilien. Die Befragung bestätige das, was die Industria in der Praxis wahrnehme.
Heimatmarkt im Fokus
Dazu gehört auch, dass der Heimatmarkt für institutionelle Immobilieninvestoren an Bedeutung gewinnt. Während 2025 noch 64 Prozent angaben, in deutsche Wohnimmobilien investieren zu wollen, waren es 2026 bereits 74 Prozent. Der Resteuropa-Anteil sank von 28,8 auf 20,8 Prozent. Bei der Strategie bevorzugen 42,4 Prozent eine Kombination aus Bestands- und Neubauimmobilien. Für rund 40 Prozent der Befragten ist es relevant, bei Investments auch sozialen Wohnraum zu schaffen. Gegenüber Wohnimmobilien in Modulbauweise zeigen sich 35,3 Prozent investitionsbereit, während gut 60 Prozent hier eine abwartende Haltung einnehmen. Allerdings erwarten 64,7 Prozent aller Befragten von solchen Objekten höhere Renditen. Die teilnehmenden Investoren verwalten im Schnitt 4,7 Milliarden Euro.
Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

