Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) gilt mit 5,3 Millionen Versicherten und einem Kapitalanlagenvolumen in Höhe von rund 70 Milliarden Euro als größte Zusatzversorgungseinrichtung für betriebliche Altersvorsorge im öffentlichen Dienst. Ihr Wohnimmobilienportfolio mit einem Marktwert von insgesamt rund 7 Milliarden Euro macht sie zudem zu einem der größten institutionellen Bestandshalter der Republik. Und genau dieses Portfolio strukturieren die Karlsruher nun um.
Die strukturelle Neuorganisation des eigenen Wohnungsbestands begründet die VBL damit, trotz steigender Anforderungen etwa im Bereich Klimaschutz, auch künftig ihrer Verantwortung als große institutionelle Bestandshalterin von Immobilien gerecht zu werden. Die Wohnimmobilien werden in den Fonds „Via Nova Wohnen“ eingebracht, was der langfristigen Sicherung der Objekte diene. Auch Sanierungen und Modernisierungen stünden auf der Agenda, so die Versorgungsanstalt.
Treibhausgasneutralität bis 2050
„Mit der strategischen Neuaufstellung schaffen wir die Grundlage, unseren Wohnungsbestand langfristig verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“, betont VBL-Vorstandsmitglied Dr. Michael Leinwand. „Unser Ziel ist es, die Gebäude zukunftsfähig aufzustellen, verlässlich Wohnraum zu sichern und die anstehenden Herausforderungen im Bestand planvoll und nachhaltig anzugehen.“ Zudem könne das Portfolio über den Fonds besser gesteuert werden und die strategische Entscheidung helfe dabei, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.
Für die VBL ist die Umstrukturierung auch ein wichtiger Faktor auf dem Weg, ihr zu Jahresbeginn gestecktes neues Nachhaltigkeitsziel in der Kapitalanlage, bis 2050 treibhausgasneutral zu werden, zu erreichen. Bei der Fondseinbringung handele es sich ausdrücklich nicht um einen Verkauf, sondern lediglich um eine organisatorische Neuausrichtung. Die VBL bleibe über ihre Fondsanteile wirtschaftliche Eigentümerin und behalte die strategische Kontrolle über den Bestand. An den Mietverhältnissen ändere sich nichts, die Veränderungen beträfen ausschließlich die Struktur im Hintergrund.
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

