Franklin Templeton baut Kreditgeschäft um

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Franklin Templeton krempelt sein Geschäft mit alternativen Krediten um. Der US-Vermögensverwalter führt die beiden Tochtergesellschaften Benefit Street Partners und Alcentra unter der gemeinsamen Marke BSP zusammen. Die Integration der 2019 und 2022 übernommenen Unternehmen ist damit abgeschlossen.

BSP verwaltet derzeit 92 Milliarden Dollar, davon 78 Milliarden in Unternehmenskrediten und 14 Milliarden in gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Bis Ende 2026 will Franklin Templeton die Marke von 100 Milliarden Dollar überschreiten.

Institutionelle Investoren bauen Positionen aus

Der Umbau kommt nicht zufällig. Denn eine aktuelle Umfrage unter 135 institutionellen Anlegern mit einem Gesamtvermögen von 8 Billionen britischen Pfund zeigt erhebliches Interesse an alternativen Krediten. 51 Prozent wollen ihre Allokation 2026 erhöhen, weitere 42 Prozent halten ihr Engagement konstant.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Pensionskassen, Versicherungen und Family Offices suchen in Zeiten volatiler Aktienmärkte nach Alternativen zu klassischen Anleihen. Alternative Kredite versprechen höhere Renditen bei kalkulierbarem Risiko. 85 Prozent der Befragten nennen Diversifizierung als Hauptmotiv, 81 Prozent locken die Renditechancen.

Zunehmend achten institutionelle Anleger ebenso auf die Expertise ihrer Partner. Vier von fünf sehen eine spezialisierte Ausrichtung auf Kredite als entscheidend für die Performance. Genau hier setzt BSP an. Während Franklin Templeton als Mutterkonzern breit aufgestellt ist, fokussiert sich BSP ausschließlich auf Kreditstrategien.

Weitere Übernahmen geplant

Franklin Templeton gibt an, weiter zukaufen zu wollen, wenn sich passende Gelegenheiten bieten. Im Oktober 2025 übernahm die Gesellschaft bereits Apera Asset Management, einen auf europäisches Direct Lending spezialisierten Anbieter. Nun stehen Asien und der Nahe Osten im Fokus.

Auch in Deutschland sieht BSP Potenzial. Anant Kumar, bei BSP für Research zuständig, verweist auf deutsche Versicherungen und Pensionskassen als wichtige Kundschaft. Gefragt seien vor allem CLOs, europäische Kredite und Direct Lending.

LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken