Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen der DAX-40-Unternehmen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Schätzungen von Mercer stieg er im Jahr 2025 um mehr als 10 Prozentpunkte auf rund 93 Prozent und liegt damit so hoch wie nie zuvor. Zum dpn-Beitrag kommen Sie hier. Wir haben mit den Mercer-Experten gesprochen.
Ab welchem Deckungsgrad halten Sie zusätzliche De-Risking-Maßnahmen für sinnvoll und wo sehen Sie die Grenze wirtschaftlicher Effizienz?
Jeffrey Dissmann: Typischerweise sehen wir, dass ab einem Deckungsgrad von 60 bis 70 Prozent erste De-Risking-Maßnahmen eingeleitet werden. Diese werden mit steigendem Ausfinanzierungsgrad graduell ausgebaut. Entscheidend für die Einleitung von De-Risking-Maßnahmen sind dabei jedoch die pensions- und bilanzstrategischen Zielsetzungen und das individuelle Verpflichtungsprofil. In ALM-Studien sehen wir regelmäßig einen Fokus auf das Hedging von Zinsrisiken, wobei wir auch bei hohen Ausfinanzierungsgraden ab 100 Prozent kein vollständiges Zinshedging empfehlen, um die Diversifikation von Kapitalmarktrisiken insgesamt zu erhalten. Das empfohlene Hedgelevel ist zudem abhängig vom anzuwendenden Bilanzierungsstandard: Das für nach IFRS-Standards steuernde Investoren empfohlene Hedgelevel ist aufgrund der Dynamik der anzuwendenden Diskontrate in der Regel höher als das von HGB-Bilanzierenden.

Wie sollten Unternehmen ihre Asset Allokation anpassen, um den hohen Deckungsgrad auch in einem volatileren Kapitalmarktumfeld abzusichern?
