Die globalen Vergütungsstrukturen in Family Offices verändern sich spürbar. In einem attraktiven, aber intensiver umkämpften Arbeitsmarkt heben die Family Offices die Gehälter und Boni für ihre Führungskräfte deutlich an. Dies ist ein zentrales Ergebnis der „2025 Family Offices Compensation Survey“ von Heidrick & Struggles, für die der Executive-Search-Dienstleister 106 leitende Investmentverantwortliche und CEO/CIO-Doppelrollen aus den USA und Europa befragte.
Im globalen Vergleich zeigt sich vor allem in den USA ein dynamisches Wachstum. Die durchschnittlichen Grundgehälter stiegen demnach von rund 471.000 US-Dollar im Jahr 2023 auf etwa 541.000 US-Dollar im vergangenen Jahr. Noch stärker wuchsen die Bonuszahlungen: von 448.000 US-Dollar (2023) auf geschätzte 563.000 US-Dollar im Jahr 2025. Dabei könnten Boni für CEOs im laufenden Jahr erstmals die der CIOs übertreffen, wie das Schweizer Portal finews.ch berichtet.
Der wachsende Wettbewerb um Top-Investmenttalente, insbesondere mit Hedgefonds und Private-Equity-Häusern, treibt diesen Trend an. Zugleich entwickelt sich die Vergütung weg vom rein monetären Fokus hin zu Total-Rewards-Modellen. Diese beinhalten neben Cash-Komponenten auch langfristige Incentives wie Carried Interest, Co-Investments oder Beteiligungen und sollen stärker an der Werteorientierung und der Generationenstrategie der Family Offices ausgerichtet sein.
In Europa fällt das Bild differenzierter aus. Die Gesamtvergütung blieb im Schnitt stabil bis leicht rückläufig: 765.000 Euro im Jahr 2023 versus 759.000 Euro im Jahr 2024. Die Studie führt den Rückgang auf eine größere Bedeutung langfristiger Anreizsysteme und auf unterschiedliche steuerliche sowie kulturelle Rahmenbedingungen zurück. Besonders hoch vergütet sind hier ebenfalls CEO/CIO-Doppelrollen.
Weitere Branchenindikatoren deuten auf eine anhaltend starke Entwicklung der Family-Office-Landschaft hin. So wächst die Zahl der Einheiten: Bis 2030 könnten weltweit rund 11.000 Family Offices bestehen. Wichtige strategische Herausforderungen bleiben der Generationenwechsel und die damit verbundene Nachfolgeplanung.
Insgesamt unterstreicht die Heidrick & Struggles-Studie die Professionalität, mit der Family Offices in der globalen Finanzlandschaft agieren, und zeigt, wie stark sich Vergütungsmechanismen im Wealth-Management-Segment weiterentwickeln. Getrieben wird der Prozess von Fachkräftemangel und der Konkurrenz zu anderen hochspezialisierten Finanzakteuren.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

