Der Markt für ambulante Gesundheitsimmobilien in Deutschland weist ein erhebliches Potenzial auf. Davon geht der gerade veröffentlichte Marktreport von Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank aus. Die Studienautoren schätzen das Gesamtmarktvolumen auf mehr als 30 Milliarden Euro, mit rund 3.500 investierbaren Objekten. Dieser Marktbereich zeigt durch die demografische Entwicklung und strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen zunehmend Interesse von institutionellen Investoren. „Die tatsächliche Zahl der für institutionelle Investoren investierbaren ambulanten Gesundheitsimmobilien ist in unserem Marktreport konservativ angesetzt und fällt deshalb in der Realität vermutlich noch höher aus“, erklärt Patrick Brinker, Head of Real Estate Investment Management bei Hauck Aufhäuser Lampe. „Das gilt umso mehr für die Investmentaktivitäten von institutionellen Investoren, die nicht unbedingt nach sortenreinen ambulanten Gesundheitsimmobilien suchen, sondern auch Mischimmobilien mit überwiegend anderen Nutzungsarten akzeptieren.“
Ein weiterer wichtiger Aspekt für das Investmentpotenzial ist die fortschreitende Ambulantisierung, bei der zunehmend mehr medizinische Leistungen außerhalb von Krankenhäusern erbracht werden. Laut der Studie wird dieser Trend durch politische Rahmenbedingungen sowie die Anpassung der medizinischen Infrastruktur weiter vorangetrieben. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach geeigneten ambulanten Gesundheitsimmobilien. „Die fortschreitende Ambulantisierung führt dazu, dass immer mehr medizinische Behandlungen außerhalb von Krankenhäusern stattfinden. Dieser Trend wird die Nachfrage nach modernen ambulanten Gesundheitsimmobilien langfristig stützen“, betont Felix Rotaru, Abteilungsdirektor Healthcare bei Hauck Aufhäuser Lampe.
Ost-West-Gefälle erkennbar
Die Marktstruktur für ambulante Gesundheitsimmobilien zeigt eine hohe Konzentration in städtischen Gebieten, insbesondere in Metropolregionen wie Berlin und Hamburg, wo die Dichte an solchen Immobilien am höchsten ist. Die Verteilung auf das gesamte Bundesgebiet zeigt jedoch ein klares Ost-West-Gefälle, mit einer höheren Dichte in den östlichen Bundesländern, die traditionell eine zentralisierte Gesundheitsversorgung aufweisen. In ländlicheren und strukturschwächeren Regionen besteht hingegen ein erheblicher Entwicklungsbedarf, um die medizinische Versorgung wohnortnah sicherzustellen.
Laut der Studie gibt es in Deutschland derzeit rund 3.500 ambulante Gesundheitsimmobilien. Dabei zeigt die Marktanalyse, dass eine große Anzahl dieser Objekte eine Fläche von 1.500 bis 5.000 Quadratmetern aufweist. Kleinere Objekte mit weniger als 1.500 Quadratmetern sind für institutionelle Investoren weniger attraktiv. Investitionsinteresse besteht vor allem an mittelgroßen bis großen Objekten mit diversifizierter Mieterstruktur.
Die Prognose für das Transaktionsvolumen im laufenden Jahr zeigt einen deutlichen Anstieg. „Für das Jahr 2025 erwarten wir einen Anstieg des Transaktionsvolumens auf bis zu 200 Millionen Euro“, prognostiziert Jan Linsin, Head of Research Germany bei CBRE. Dies stellt eine signifikante Steigerung gegenüber dem Volumen von 79 Millionen Euro im Jahr 2024 dar und unterstreicht das wachsende Interesse und die Marktstabilität.
Mit einer Spitzenrendite von 4,7 Prozent für Ärztehäuser und Gesundheitszentren sowie einem potenziellen Anstieg des Marktvolumens bieten ambulante Gesundheitsimmobilien für institutionelle Investoren interessante Renditeoptionen. Die steigende Marktaktivität und die Stabilität der Mietstrukturen machen diesen Bereich zu einer möglichen Ergänzung für Portfolios, die nach langfristig orientierten Investitionsmöglichkeiten suchen.
Die fortschreitende Umnutzung von Bestandsgebäuden und die Schaffung neuer Versorgungsstrukturen bieten zusätzliche Potenziale für Investoren. Insgesamt zeigt sich, dass der Markt für ambulante Gesundheitsimmobilien ein wachsendes und diversifizierbares Segment für institutionelle Investitionen darstellt.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

