Versicherungskammer ist zurück in der Anlagespur

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Im für Finanzinstitute schwierigen Jahr 2022 musste auch der Konzern Versicherungskammer Federn lassen. Das Kapitalanlageergebnis brach damals um gut 28 Prozent ein. Inzwischen sind die Bayern zurück in der (Anlage)Spur, wie der am vergangenen Mittwoch (27. März) veröffentlichte Geschäftsbericht zeigt. So verbesserte sich das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen 2023 dank gestiegener laufender Erträge um 26,1 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Die Erträge aus Kapitalanlagen kletterten sogar um 41,4 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro. Dieser Betrag setzt sich aus laufenden Erträgen aus Kapitalanlagen (1,81 Milliarden Euro; plus 32,7 Prozent), Gewinnen aus dem Abgang von Kapitalanlagen (219,6 Millionen Euro; plus 249,1 Prozent) sowie Zuschreibungen (16,3 Millionen Euro; minus 20,5 Prozent) zusammen.

Erträge steigen, Aufwendungen aber auch

In der Schaden- und Unfallversicherung stieg das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen um 41,7 Prozent auf 230,4 Millionen Euro. In der Lebensversicherung kletterte es um 18,6 Prozent auf 730,3 Millionen Euro. Das nicht realisierte Ergebnis der fondsgebundenen Lebensversicherungen ist hier jedoch nicht enthalten. Für den Anstieg in beiden Segmenten macht der Konzern höhere laufende Erträge verantwortlich. Dass das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen in der Krankenversicherung trotz höherer Abschreibungen als im Vorjahr um 31,2 Prozent auf 417,6 Millionen Euro gestiegen ist, resultiere aus einem deutlich verbesserten laufenden Ergebnis.

Aber nicht nur die Erträge, auch die Aufwendungen für Kapitalanlagen sind 2023 gestiegen. Mit 632,5 Millionen Euro haben sie sich fast verdoppelt (plus 93,6 Prozent). Darin enthalten sind der Verwaltungsaufwand (105,0 Millionen Euro; plus 25,0 Prozent), Abschreibungen auf Kapitalanlagen (244,6 Millionen Euro; plus 65,4 Prozent) und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen (280,6 Millionen Euro; plus 199,8 Prozent).

Aktien bleiben größte Asset-Klasse

Insgesamt sind die Kapitalanlagen des Konzern Versicherungskammer Ende 2023 mit einem Volumen von 62,24 Milliarden Euro vergleichsweise stabil geblieben. Einen Anstieg von 6,8 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro verzeichnete der Bereich Grundstücke und Bauten. Um 10,1 Prozent stiegen sogar die Investments in Beteiligungen an. Sie summierten sich zum Jahresabschluss auf 3,13 Milliarden Euro. Den größten Posten machen nach vor Aktien mit 21,21 Milliarden Euro aus. Ihr Volumen sank im Geschäftsjahr 2023 aber um 4,0 Prozent. Zweitgrößte Asset-Klasse sind Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit 14,66 Milliarden Euro (plus 9,1 Prozent).

Und wie geht es 2024 weiter? „Die laufende Verzinsung der Kapitalanlagen, wie auch das Kapitalanlageergebnis insgesamt, wird sich auf dem Niveau des aktuellen Geschäftsjahres bewegen“ schreiben die Münchner in ihrem Geschäftsbericht. Dabei gehen sie davon aus, dass es keine „deutlichen Verwerfungen“ am Kapitalmarkt geben wird. Jedoch könnten unerwartete Turbulenzen die Kapitalanlageergebnisse „erheblich“ beeinflussen. Die Verzinsung der Kapitalanlagen wie auch das Kapitalanlageergebnis insgesamt werde sich 2024 in der Schaden- und Unfallversicherung sogar etwas unter dem Niveau von 2023 bewegen. In der Lebensversicherung, deren Neu- und Wiederanlage vorwiegend in Staats- und Unternehmensanleihen sowie in Realkrediten erfolgt, rechnet die Versicherungskammer dank des weiterhin erhöhten Zinsniveaus mit weiteren Erträgen aus der Zinszusatzreserve sowie einem leicht höheren Nettoergebnis aus Kapitalanlagen. Ein moderater Anstieg sei hingegen in der Krankenversicherung möglich, in der die sicherheitsorientierte Anlagepolitik fortgeführt werden soll.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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