Asiatische Vermögensverwalter strömen in Dubai. Während Hongkong und Singapur bisher die bevorzugten Offshore-Drehscheiben für kapitalstarke Investoren waren, wollen die Kunden vieler Family Offices in andere Märkte diversifiziere und neue Anlagemöglichkeiten nutzen.
Dem „Asia-Pacific Family Office Report 2023“ zufolge, für den Campden Wealth und Raffles Family Office 76 im asiatisch-pazifischen Raum ansässige Single- und Multi-Family-Offices befragt haben, liegt die durchschnittliche Vermögensallokation in der Region des Nahen Ostens nur bei 1 Prozent. Es besteht folglich Luft nach oben. Entsprechend wollen die Vermögensverwalter vor Ort präsent sein. So hat das in Singapur ansässige Multi-Family-Office Farro Capital im Dezember ein Büro in Dubai eröffnet, das Landmark Family Office aus Hongkong will in den kommenden Monaten nachziehen. Das Single-Family-Office Tsang Group ist bereits seit 2022 am persischen Golf vertreten und will in diesem Jahr nach Abu Dhabi und Saudi-Arabien expandieren.
Die Vermögensverwalter folgen dem Kapital: Denn während die Zahl der vermögenden Privatpersonen im Jahr 2022 weltweit um 3,3 Prozent auf 21,7 Millionen zurückging, stieg sie dem Vermögensbericht 2023 von Capgemini zufolge im Nahen Osten im selben Jahr um 2,8 Prozent. Zudem verzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate 2022 den höchsten Nettozufluss an Millionären weltweit. Laut den Daten des Vermögens- und Einwanderungsberaters Henley & Partner aus Dubai wurde für 2023 ein weiterer Nettozufluss von 4.500 Millionären erwartet. Gründe für die zunehmende Attraktivität der Region sind laut Farro Capital Dubais Vorstoß bei der Regulierung virtueller Vermögenswerte sowie das goldene Visasystem.
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

