Dunkle Wolken am konjunkturellen Horizont

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Die Prognose für die weltweite Wirtschaftsentwicklung in diesem Jahr ist ernüchternd, wie aus einem Bericht vom US-amerikanischen Datenanalysten Dun & Bradstreet hervorgeht. Das globale Wachstum wird 2023 lediglich 2 Prozent erreichen, im Vergleich zu 3 Prozent im Vorjahr und 6 Prozent im Jahr 2021. Insbesondere Europa stehe vor großen Herausforderungen und einem nahezu stagnierenden Wachstum, so Chefvolkswirt Dr. Arun Singh.

Quelle: Dun & Bradstreet

Auch die deutsche Konjunktur tritt derzeit nur auf der Stelle: Anhaltende Rückgänge in wichtigen Wirtschaftsindikatoren und eine verschlechterte Unternehmensstimmung deuten auf eine längere konjunkturelle Schwächephase hin. Politische Unstimmigkeiten tragen ebenfalls zur Verunsicherung bei, sagt Singh. Die US-Märkte haben sich hingegen als widerstandsfähig erwiesen. Die Einführung eines Echtzeit-Zahlungsdienstes namens FedNow verspricht ein erheblich besseres Zahlungserlebnis für kleine Unternehmen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt laut Singh auch der Volksrepublik China, die zwar 4 Prozent Wachstum erreichen wird, aber mit rückläufigen Exporten und einer nachlassenden Binnennachfrage zu kämpfen hat. Die kürzlich verkündeten Kontrollen für Germanium und Gallium sind der neueste Schritt im fortlaufenden Chip-Krieg mit den USA. Obwohl beide Seiten Gesprächsbereitschaft zeigen, führen Exportkontrollen und andere Maßnahmen dazu, dass Lieferketten und Geschäftskontinuität beeinträchtigt werden.

Brasilien senkt überraschend Zinssatz, während Mexiko vor Risiken steht

Überraschend hat die brasilianische Zentralbank den Leitzins um 50 Basispunkte gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Diese Maßnahme wird voraussichtlich positive Auswirkungen auf die kurzfristigen Wachstumsaussichten des Landes haben. Gleichzeitig ist die Inflation auf den niedrigsten Stand seit September 2020 gesunken. Zudem dürfte eine ertragreiche Ernte die Deviseneinnahmen weiter steigern. Im Gegensatz rechnen die Analysten von Dun & Bradstreet damit, dass die Zentralbank von Mexiko die Zinssätze bis zum Jahresende stabil halten wird, um den Zinsunterschied zu den USA aufrechtzuerhalten. Allerdings hat das Risiko von Enteignungen zugenommen, nachdem die mexikanische Regierung einen Abschnitt einer von einem privaten Konglomerat betriebenen Eisenbahnstrecke besetzt hat.

Trotz Fortschritten in der Inflationsbekämpfung bleibt die Situation brisant. Während die Zentralbanken die Gesamtinflation im Griff zu haben scheinen, bleibt die Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise außer Acht lässt, ein anhaltendes Problem. Versorgungsengpässe bei ukrainischem Getreide aufgrund der Schwarzmeer-Blockade und Ernteausfälle aufgrund von Extremwetterereignissen könnten die Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben. Die Gefahr eines Anstiegs der Energiepreise ist ebenfalls gestiegen. Obwohl die Leitzinsen weltweit nahe ihrem Höchststand liegen, ist eine Zinswende noch nicht absehbar.

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