Die voraussichtliche Höhe der Altersrenten aus Schweizer Pensionskassen hat sich trotz herausfordernder Marktbedingungen stabilisiert, so eine aktuelle Studie des Beratungshauses WTW. Die Niedrigzinsphase, die zu sinkenden Rentenleistungen führte, scheint vorerst vorbei zu sein. Somit könnte sich das Problem der Quersubventionierung zwischen jüngeren und älteren Generationen im Schweizer Vorsorgesystem nur vorübergehend zeigen.
Die Pension Risk Studie von WTW analysiert die Situation der Vorsorgeverpflichtungen in den Konzernbilanzen Schweizer Unternehmen nach IFRS / US-GAAP. Obwohl das Anlagejahr 2022 enttäuschend war, stieg der durchschnittliche Deckungsgrad der Vorsorgeverpflichtungen gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent. Dies ist auf den Anstieg der Diskontsätze zurückzuführen, der zu einer stärkeren Reduzierung der Verpflichtungen führte als der Rückgang der Planvermögen. Im ersten Halbjahr 2023 entwickelten sich die Anlagemärkte positiv.
Obwohl die voraussichtliche Höhe der Altersrenten stabil bleibt und der Deckungsgrad der Vorsorgeverpflichtungen gestiegen ist, zeigt die Studie von WTW auch, dass viele Pensionskassen die ESG-Thematik noch zu wenig berücksichtigen. Umwelt, Soziales und Governance (ESG) gewinnen in der Welt der institutionellen Kapitalanlage zunehmend an Bedeutung, doch Schweizer Pensionskassen bereiten sich noch wenig darauf vor. Damit verpassen sie möglicherweise Chancen, die sich aus einer stärkeren Integration von ESG-Kriterien in ihre Anlagestrategien ergeben könnten.
