Österreichs Immobilienmarkt: Stabilität trotz Herausforderungen

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Trotz herausfordernder Umstände zeigte Österreich im Jahr 2022 eine solide Leistung als Investitionsstandort für Immobilien. Der Erfolg beruht auf der Einhaltung von ESG-Standards, der Risikostreuung durch eine ausgewogene Nutzungsmischung und der Anpassung der Mietverträge an den Marktwert. Österreich wird weiterhin als sicherer Ort für Immobilieninvestitionen angesehen. Investoren schätzen die Stabilität, die durch die niedrige Leerstandsrate und moderate Mieten im internationalen Vergleich gewährleistet wird. Diese und die folgenden Informationen stammen von den Experten von GalCap, einem Asset Manager.

Quelle: Copyright © 2023 GalCap Europe

Der Wiener Wohnungsmarkt weist eine sowohl für Europa als auch für Österreich sehr außergewöhnliche Struktur auf: In Wien wohnen 75 Prozent der Haushalte zur Miete. Laut Statistik Austria stieg die Bevölkerungszahl in Österreich zu Beginn des Jahres 2023 auf rund 9,1 Millionen Menschen an, was einem Wachstum von etwa 1,5 Prozent oder etwa 127.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieses Bevölkerungswachstum war höher als in den Vorjahren und ist teilweise auf die Fluchtbewegung von rund 67.000 ukrainischen Staatsangehörigen nach Österreich zurückzuführen.

 

Fast alle Bundesländer in Österreich verzeichneten einen Bevölkerungsanstieg, wobei Wien prozentual den stärksten Zuwachs verzeichnete und zu Jahresbeginn 2023 rund 1,9 Millionen Einwohner zählte. Neben dem Bevölkerungswachstum beeinflusst auch die durchschnittliche Haushaltsgröße die Nachfrage nach Wohnraum. Die durchschnittliche Haushaltsgröße nimmt seit Jahren ab und liegt derzeit bei 2,20 Personen pro Haushalt. Laut Prognosen der Statistik Austria wird sich dieser Trend fortsetzen, und bis 2035 wird die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte in Österreich voraussichtlich um etwa 13 Prozent steigen. Angesichts der Zuwanderung ist es daher entscheidend, ausreichenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Obwohl in den letzten Jahren viel gebaut wurde und das Angebot vielerorts ausreicht, wird dies schnell aufgebraucht, und ein drastischer Rückgang der Neubautätigkeit könnte mittelfristig zu einer erneuten Knappheit von Wohnraum führen. Die Prognosen deuten darauf hin, dass im Jahr 2040 in Österreich mehr als 10 Millionen Menschen leben werden.

Quelle: Copyright © 2023 GalCap Europe

Anderer rechtlicher Rahmen

Österreich hat im Vergleich zu Deutschland eine andere rechtliche Grundlage für die Vermietung von Wohnungen. Das österreichische Mietrechtsgesetz (MRG) regelt die Vermietung, jedoch nur für Altbauten und geförderte Neubauten. Wohnungen in frei finanzierten Gebäuden, die nach dem 30.06.1953 ohne öffentliche Wohnbauförderung errichtet wurden, unterliegen nur teilweise dem MRG. In solchen Fällen gelten nur wenige Bestimmungen des Mietrechtsgesetzes, und es gibt keine allgemeinen Mietzinsbegrenzungen, außer den Grenzen des Wuchers oder der extremen Ausbeutung gemäß dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch ABGB. Im Gegensatz zu Deutschland sind befristete Mietverträge in Österreich möglich und mittlerweile üblich, wobei eine Mindestvertragsdauer von 3 Jahren vorgeschrieben ist. Befristete Mietverträge enden automatisch mit Ablauf der vereinbarten Zeit, ohne dass eine Kündigung erforderlich ist.

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