Ein Jahresstart nach Maß: Im ersten Quartal dieses Jahres erzielte die deutsche Fondsbranche Nettozuflüsse von 15 Milliarden Euro. Das ist ein beachtlicher Absatz angesichts des stagnierenden Wirtschaftswachstums. Offene Spezialfonds sind mit 11,6 Milliarden Euro erneut der Treiber des Neugeschäfts. Dahinter stehen institutionelle Anleger wie Versicherer und Versorgungswerke, die die regelmäßigen Beitragszahlungen ihrer Kunden in Spezialfonds investieren. Offenen Publikumsfonds flossen 4,9 Milliarden Euro zu. Geschlossene Fonds verzeichneten 0,7 Milliarden Euro neue Gelder. Aus Mandaten zogen Anleger 2,2 Milliarden Euro ab. Bei den offenen Publikumsfonds hatten Aktienfonds mit Zuflüssen von 6,6 Milliarden Euro die Nase vorn. Das ist der zweitbeste Jahresstart seit 2015 (bis Ende März 7,1 Milliarden Euro). Nur im ersten Quartal 2021 erzielten sie mit 22,1 Milliarden Euro einen höheren Absatz. Die Fondsstatistik für die ersten drei Monate dieses Jahres hat jetzt der Fondsverband BVI vorgelegt.
Aktuell waren vor allem global investierende Fonds gefragt (6,1 Milliarden Euro). Rentenfonds erzielten – nach vier Quartalen mit Abflüssen – von Anfang Januar bis Ende März 2023 Zuflüsse von 2,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 1,9 Milliarden Euro auf Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen. Immobilienfonds verzeichneten 0,7 Milliarden Euro neue Gelder. Aus Mischfonds flossen 2,4 Milliarden Euro ab. Dazu haben vor allem anleihebetonte Fonds (1,9 Milliarden Euro) beigetragen. Mischfonds verzeichnen seit Mitte 2022 Nettoabflüsse. Für Anleger in Deutschland verwalten Fondsgesellschaften insgesamt 3.898 Milliarden Euro. Das Vermögen ist in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen. Ende März 2018 waren es 2.985 Milliarden Euro.
Mit 1.989 Milliarden Euro entfällt ein großer Teil des verwalteten Vermögens auf das rein institutionelle Geschäft mit offenen Spezialfonds. Hierbei sind Altersvorsorgeeinrichtungen mit 675 Milliarden Euro und Versicherer mit 538 Milliarden Euro die beiden größten Anlegergruppen. Offene Publikumsfonds verwalten 1.275 Milliarden Euro. Auf Aktienfonds entfallen 553 Milliarden Euro. Ihr Anteil stieg in den letzten fünf Jahren von 36 auf 43 Prozent. Es folgen Mischfonds mit 333 Milliarden Euro. Sie haben 2015 den zweiten Rang von den Rentenfonds übernommen, die inzwischen 190 Milliarden Euro verwalten. Das Nettovermögen der Immobilienfonds beträgt 132 Milliarden Euro. In geschlossenen Fonds weist die BVI-Statistik ein Vermögen von 51 Milliarden Euro aus. 583 Milliarden Euro managen die Fondsgesellschaften in Mandaten außerhalb der Fondshülle.
Goran Culjak war bis 2026 Redakteur bei dpn. Seine Zuständigkeit umfasste in erster Linie Themen rund um das Pensionsmanagement. Einen besonderen Fokus legte er auf die Berichterstattung zur betrieblichen Altersvorsorge.

