„Wir verlassen uns nicht auf öffentliche ESG-Daten“

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Frau Milz, was ist Ihre Aufgabe als Head of institutional Assets bei Fidelity?

Ich bin seit 2015 bei Fidelity und habe zwei Jahre später die Leitung des deutschen Teams übernommen. Die Hauptaufgabe ist, das Geschäft mit institutionellen Kunden weiterzuentwickeln. Ich bin seit 20 Jahren im institutionellen Asset Management und habe mich in dieser Zeit sehr stark auf Versicherungsunternehmen fokussiert. Mit der Leitung des Teams hat sich meine Verantwortung über die einzelnen Segmente erweitert. Seit Anfang 2022 habe ich zudem den Co-Lead des europäischen Teams übernommen.

Was hat sich aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren für institutionelle Kunden verändert?

Ein großer Wendepunkt ist sicherlich der Zinsanstieg infolge der sich durch den Ukraine-Krieg beschleunigten Inflation. Erstmals seit 14 Jahren können institutionelle Anleger in ihrem Heimatmarkt mit vermeintlich risikolosen Anleihen wie Investment Grade Bonds die Ziele erreichen, die sie durch Garantievorgaben oder Pensionszusagen gegeben haben. Der zweite Wendepunkt ist das Thema Nachhaltigkeit. Es ist ein Megatrend, dass sich Länder dazu verpflichten, den Klimawandel aufzuhalten und zudem soziale Aspekte stärker in den Fokus zu rücken. Damit geht natürlich eine Menge an regulatorischen Vorgaben einher. Diese und die dadurch entstehende Komplexität führen aus unserer Erfahrung dazu, dass Anleger auch innerhalb des Asset Managements konsolidieren wollen. Sie versuchen, mit weniger Anbietern zusammenzuarbeiten. Denn die Komplexität ist so hoch, dass es für sie effizienter ist, sich auf gemeinsame Rahmenbedingungen mit einigen wenigen Asset Managern zu verständigen. Und das mündet aus Perspektive des Asset Managements im dritten Trend: Um den regulatorischen Anforderungen und den unterschiedlichen Anforderungen der
Kundensegmente gerecht zu werden, ist ein starkes kundenspezifisches Wissen nötig, um individuelle Lösungen anbieten
zu können.

Wie hoch sind die Assets under Management im institutionellen Bereich?

Global sind das etwa 156 Milliarden Euro, etwas mehr als die Hälfte davon in Europa. Insgesamt verwaltet Fidelity International ungefähr 630 Milliarden Euro.

Wie sieht Ihre Kundenstruktur aus?

Wir haben einen sehr starken Fußabdruck bei Versorgungs- und Pensionseinrichtungen. Da sind wir in den vergangenen 20 Jahren stark gewachsen. Ähnlich ist es bei kirchlichen Einrichtungen. Eine wesentliche Rolle spielt zudem der Bereich der Versicherungen. Er ist einer der strategischen Kernpfeiler und soll künftig noch weiter ausgebaut werden. Besonders in Nischenthemen wie Emerging-Markets-Aktien, -Debt oder -High-Yield sind wir sehr angesehen bei Versicherungshäusern. Aber auch angesichts der erwähnten Regulatorik haben wir uns in diesem Bereich noch einmal verstärkt. Denn wir wissen, dass man das Einmaleins der regulatorischen Anforderungen von Versicherungen
quasi auswendig kennen muss, um sie als langfristige Partner binden zu können. Deswegen ist der Bereich der Versicherungen ein Wachstumsmarkt, in dem wir unsere Partnerschaften ausbauen wollen.

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen dpn-Ausgabe.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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