Mehr Freiheit für Bonds-Profis

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Der Leitende Oberkirchenrat Heinz Thomas Striegler, Finanzdezernent der EKHN, kündigte im Gespräch mit dpn an, künftig verstärkt globale Rentenmandate mit großen Freiheiten für die Manager auflegen zu wollen: „Vorgaben soll es nur noch hinsichtlich des Risikos geben.“ Zusätzlich muss der Manager die ethischen Nachhaltigkeitskriterien der EKHN beachten. Eine erste Ausschreibung könnte noch in diesem Jahr erfolgen.

Die geplante größere Freiheit für die Manager ist eine Folge der Erfahrungen, die Striegler im Zuge der Eurokrise mit einigen der bestehenden Rentenanlagen machte. So musste er bei einem Mandat für inflationsindexierte Anleihen aus dem Euroraum zunächst die griechischen Titel herausnehmen, dann die italienischen Papiere und schließlich auch noch die französischen Anleihen.

Von den ursprünglichen Anlagen im Mandat blieben so nur noch die inflationsindexierten Bundesanleihen übrig. Diese hat der Finanzdezernent inzwischen durch Anleihen aus skandinavischen Ländern ergänzt – unter anderem dänische Pfandbriefe, für die auch noch ein eigenes Mandat besteht – sowie durch Staatsanleihen aus Hartwährungsländern außerhalb des Euroraums wie etwa der Schweiz oder Australien.

Wobei die Papiere vom fünften Kontinent wieder aus dem Mandat ausscheiden werden, falls Australien das Kyoto-Protokoll nicht verlängern sollte, erklärt Striegler. Das Land würde dadurch gegen die Nachhaltigkeitskriterien der EKHN verstoßen.

Die inflationsindexierten Anleihen sind nicht das einzige Instrument, mit dem sich die EKHN gegen einen möglichen Zinsanstieg – und damit gegen Kursverluste bei den Anleihen – schützen will. Daneben existieren zum Beispiel auch zwei Rentenmandate mit einer Long-Short-Strategie. Wobei Striegler einen solchen Ansatz nicht als Allheilmittel ansieht. Schließlich sei eine falsche Markteinschätzung durch die Manager nicht auszuschließen. „Ein solches Mandat darf dann auf kürzere Sicht auch einmal ins Minus gehen“, erläutert der Leiter der EKHN-Kirchenverwaltung. Für ihn überwiegt jedoch der Vorteil, dass der Anleihenmanager auf steigende Zinsen flexibel reagieren kann.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verwaltet insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. In dieser Zahl sind auch Rücklagen für die Pensionen der Pfarrer und Kirchenbeamten und die Instandhaltung der kirchlichen Gebäude enthalten. Etwa 60 Prozent der verwalteten Gelder sind in Anleihen investiert.

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