Eine Umfrage des Finanz- und Versicherungskonzerns AXA unter 122 CIOs der Assekuranz in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien von Ende 2017 zeigt, dass die alten Herausforderungen auch die neuen sind – niedrige Zinsen und Regulierung. 75 Prozent nannten die Zinsen und 47 Prozent die Regulierung als grösste Herausforderungen für die Finanzanlagen.
Was tun gegen niedrige Renditen? 59 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen mehr in alternative Anlagen investieren, insbesondere im Anleihebereich, verstärkt auf taktische Asset-Allokation setzen (38 Prozent) und ihr klassisches Anleiheportfolio stärker diversifizieren (36 Prozent). Aus regulatorischen Gründen – eine Folge von Solvency II – lassen fast 40 Prozent jetzt mehr Assets extern managen. So erhalten sie besseren Zugang zu nicht-traditionellen Anlageklassen. Interessant auch: Solvency II ist für 56 Prozent der Befragten kein Anlass, sich verstärkt auf passive Produkte auszurichten.
Dazu Bettina Ducat, Global Head of Product, Retail and Institutional Development (PRID) bei AXA IM: „Senior Loans, Private-Debt-Strategien und diversifizierende Anlageklassen wie Infrastructure Debt oder Real Estate Debt sind beliebt, um zusätzliche Erträge zu generieren.“ Laut Umfrage sind 66 Prozent der deutschen Versicheungs-CIO’s bereit, stärker auf alternative Anlageklassen zu setzen.
Zielsolvenzkapital ist zentral
Das Zielsolvenzkapital (SCR) ist für 40 Prozent der Antwortenden wichtiger als traditionelle Risiko-Ertrags-Analysen. Offenbar entfaltet Solvency II tatsächlich Wirkung. So erwähnen 53 Prozent ein besseres Risikomanagement durch Fortschritte beim Asset Liability Management (ALM), insbesondere durch eine Verringerung der Durationslücke des Portfolios. Auch hat gut die Hälfte der Versicherer (52 Prozent) das Gesamtrisiko des Portfolios gesenkt.
Gleichzeitig sieht aber über die Hälfte der Antwortenden das Investieren unter Solvency II kritisch. Vor allem kleinere Versicherungen äusserten sich hier zu 72 Prozent negativ. Für die Studienautoren von AXA-IM eine Betätigung der Strategie, stärker in Senior Loans und Private Debt zu investieren.
Auffällig sei zudem, dass 57 Prozent der deutschen Befragten nun die Durationslücken im Portfolio konsequent schliessen wollen. Diese Antwort wurde in der Umfrage häufiger genannt als in den anderen teilnehmenden Ländern – und auch häufiger als die Antwortmöglichkeiten, die eigenen Investments stärker am Zielsolvenzkapital auszurichten (54 Prozent) oder das Portfolio stärker zu diversifizieren (50 Prozent).
Asset Managern müssen liefern
Wenig überraschend erwarten 70 Prozent der Befragten, dass die Asset Manager ertragreiche Strategien anbieten. Andere wichtige Kriterien sind Erfahrungen der Asset Manager mit Zielsolvenzkapitalbudgets (59 Prozent) und Asset Liability Management (65 Prozent). Versicherungen setzen voraus, dass Asset-Manager auch alle Reporting-Anforderungen unter Solvency II erfüllen. Dabei wird Solvency-II-Reporting durch mehr Investitionen in alternative Assetklassen zu einer noch grösseren Herausforderung. Und es kommen weitere bedeutende rechtliche Änderungen auf die Versicherer zu wie IFRS 9 und PRIPPS. Umso wichtiger werden da die richtigen Partner in der Vermögensanlage.
