Schweizer Aktien 2024 im Fokus

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Magere 2,6 Prozent. Mehr Rendite war mit dem Schweizer Aktienmarkt – zumindest mit dem Swiss Market Index (SMI) – 2023 nicht zu machen. Und das in einem Jahr, in dem die meisten Börsenparkette zu wahren Freudentänzen einluden: 20,3 Prozent im DAX, 16,2 Prozent im Euro Stoxx 50, 24,2 Prozent im S&P 500 und unglaubliche 54 Prozent im Nasdaq 100.

Was war los in der Alpenrepublik? Der 20 Titel umfassende SMI wird von den Pharmariesen Roche und Novartis sowie dem Lebensmittelgiganten Nestlé dominiert. Und deren Entwicklungen im vergangenen Jahr waren teils unterirdisch: Nestlé brach um 9,0 Prozent ein, Roche sogar um 15,8 Prozent. Novartis schaffte immerhin einen schmalen Zuwachs von 1,5 Prozent. Wenn die Dickschiffe nicht liefern, wird es für den Index insgesamt schwer.

Defensivere Titel 2024 gefragt

Die Schwäche des vergangenen könnte aber zur Chance dieses Jahres werden. Der SMI orientiert sich bereits seit dem vergangenen Herbst wieder deutlich nach oben. Novartis legte seit Jahresende sogar satte 11,7 Prozent zu. Natürlich: alles Momentaufnahmen. Auch der vielversprechende Jahresauftakt von Roche war ganz schnell wieder dahin. Und dennoch könnte die insgesamt sehr defensive Ausrichtung des SMI, die im vergangenen Jahr bei Investoren überhaupt nicht gefragt war, 2024 zum großen Trumpf werden. Der Anlegerfokus werde konjunkturbedingt weg von zyklischen und hin zu defensiven Werten gehen, sagt Matthias Geissbühler, Anlagechef der Schweizer Raiffeisen-Bankengruppe gegenüber der F.A.Z.: „Schweizer Aktien dürften sich in diesem Jahr besser entwickeln als die Titel in anderen europäischen Märkten.“

Eidgenössischen Unternehmen genießen für ihre Expertise und die Qualität ihrer Produkte weltweit einen exzellenten Ruf. Nicht unwahrscheinlich, dass sie eine führende Rolle in ihrer Branche und auch im Vergleich zur internationalen Konkurrenz einnehmen können, erwarten die Experten von Vontobel. Als Branchenführer haben sie Preissetzungsmacht. Hinzu komme, dass viele Schweizer Unternehmen in wissensbasierten Industrien tätig seien und daher einen tendenziell geringen Energiebedarf mit sich bringen. Da sie außerdem einen Großteil ihrer Finanzierungskosten in Schweizer Franken hielten, profitierten sie vom niedrigeren Schweizer Zinsniveau. „All diese Faktoren können sich positiv auf die Bilanzen auswirken und dazu beitragen, dass Schweizer Aktien für Anleger aus aller Welt interessant sind“, so die Vontobel-Experten.

Leitzinsen und Franken beobachten

Ganz aktuell drehen sich die Diskussionen an der Schweizer Börse nach wie vor um mögliche Zinssenkungen von EZB und Fed. Zeitnah werden zwar keine Zinsschritte erwartet, aber klar ist auch: Sinkt das Zinsniveau in den USA und dem Euroraum, steigt die Attraktivität der dortigen Aktien und der Wettbewerbsvorteil, den die Schweiz mit einem Leitzins von aktuell 1,75 Prozent hat, würde geringer. Wenig verwunderlich, dass die Schweizer Nationalbank Zinserhöhungen derzeit nicht für angebracht hält.

Außerdem sollten Investoren den Franken im Blick behalten. Dieser hat gegenüber Euro und Dollar zuletzt aufgewertet, was laut Raiffeisen-Experte Geissbühler besonders die stärker auf den Export ausgerichteten kleineren und mittleren Industrieunternehmen in der Schweiz treffe. Für Konzerne wie ABB oder Nestlé, die einen Großteil ihrer Produktion ins Ausland verlagert haben und dadurch über eine natürliche Wechselkursabsicherung verfügen, sei die Franken-Stärke operativ verkraftbar.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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