Die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA stößt mit ihren aktuellen Vorschlägen zur Umsetzung von Proportionalitätsregeln bei Solvency II auf deutliche Kritik des deutschen Versicherungsverbands GDV. Der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen bemängelt insbesondere die zu bürokratische Ausgestaltung der Vorschläge, die die Vielfalt der europäischen Märkte nicht ausreichend berücksichtigt.
Kritikpunkte im Detail
Die vorgeschlagenen Regelungen sehen komplexe Bedingungen für kleinere Versicherungsunternehmen vor, was nach Ansicht des GDV zu einem erheblichen Anstieg des Verwaltungsaufwands führen würde. Besonders problematisch sind die von EIOPA vorgeschlagenen Schwellenwerte:
• 12 Milliarden Euro an versicherungstechnischen Rückstellungen für Lebensversicherer
• 2 Milliarden Euro Bruttoprämien im Nicht-Leben-Sektor
Lösungsvorschlag des GDV
Der Verband fordert eine Fokussierung auf rein quantitative Kriterien und lehnt die vorgeschlagenen qualitativen Kriterien ab. Als Alternative schlägt der GDV die Einführung einer relativen Schwelle vor, die Erleichterungen auf maximal 20 Prozent des jeweiligen nationalen Marktes begrenzen soll. Die endgültige Entscheidung über die Umsetzung der technischen Regulierung liegt nun bei der EU-Kommission.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

