Laut des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Kurzbericht 52/2025, Ruth Maria Schüler, Stefanie Seele) hatten Ende 2023 bereits 4,5 Millionen Babyboomer das Renteneintrittsalter erreicht. Zudem weist die Prognose aus, dass sich die Entwicklung noch weiter beschleunigt. Bis 2036 werden alle verbliebenen 19,5 Millionen Babyboomer das gesetzliche Renten-eintrittsalter erreicht haben. Dies entspricht fast 20 % der deutschen Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig werden nur 12,5 Millionen Beschäftigte bis 2036 „nachwachsen“. Die offensichtlichen wie verheerenden Folgen für den Arbeitsmarkt werden auch vor Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) nicht Halt machen, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Februar 2025 in dem Fachartikel „Wie Pensionskassen und -fonds mit Personalnot umgehen“ (Norbert Pieper, Daniela Dickopf, Dr. Gerrit Frackenpohl, Nicole Weber) veröffentlichte. Während der „ausgelagerte“ CIO hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, hat er international in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, wie ein Blick in das OCIO Deal Directory verrät: UPS Defined Benefit (DB) Pension Plan (USA und Kanada, > 40 Mrd. USD), Shell Pensioenfond (Niederlande, > 25 Mrd. Euro), British Airways Pensions (UK, > 20 Mrd. GBP).
Auch wenn viele Aussagen allgemeingültig sind, ist dieser Beitrag aus der Perspektive von Pensionseinrichtungen mit Leistungszusagen (kurz DB für Defined Benefit) geschrieben.
Ein Definitionsversuch
OCIO ist die Abkürzung für Outsourced Chief Investment Officer und nicht einheitlich definiert. Eine Möglichkeit, den Begriff herzuleiten, ist, den breiten Verantwortungsbereich eines Kapitalanlagevorstands in seine einzelnen Prozessschritte (Strategie, Implementierung & fortlaufendes Management, Governance & Risikomanagement) zu unterteilen:
Strategie
Die Anlage- und Risikomanagementziele für die Kapitalanlage einer Pensionseinrichtung sollten aus den übergeordneten Zielen des Trägerunternehmens hergeleitet werden. Dies können strategische Ziele (bspw. Aktienkursentwicklung), Finanzziele (bspw. Kredit-Rating) oder ESG-Ziele (bspw. Dekarbonisierung) sein. Je nach Durchführungsweg können sich zudem (regulatorische) Nebenbedingungen ergeben, wie das Einhalten von Mindestbedeckungsanforderungen.
Die Kapitalanlageziele können miteinander konkurrieren. Eine Asset-Liability-Analyse kann dabei unterstützen, durch das Zielsystem zu navigieren. Die Outputs des Prozessschritts „Strategie“ unterscheiden sich hinsichtlich ihres Zeithorizonts:
