Liquid Alternatives erleben eine Renaissance. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Lupus alpha zu in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen, UCITS-konformen Absolute-Return- und Alternatives-Fonds. Demnach verzeichnete das Segment 2025 wieder Nettozuflüsse von 26,4 Milliarden Euro. Das Marktvolumen stieg damit auf 258,9 Milliarden Euro.
Fast die Hälfte des Vermögens entfällt auf institutionelle Strategien. Ihr Anteil am Gesamtmarkt liegt bei 49 Prozent. Absolut stieg das in institutionellen Anteilsklassen verwaltete Vermögen um 2,1 Milliarden Euro auf 127,7 Milliarden Euro.
Die Mittel flossen dabei nicht wahllos. Gefragt waren vor allem defensive Rentenansätze: Die Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus vereinigten zusammen 16,4 Milliarden Euro der neuen Mittel auf sich. Zudem zeigt sich eine starke Konzentration auf große Produkte. 44,2 Prozent der gesamten Nettomittelzuflüsse entfielen auf die Top-5 Prozent der volumenstärksten Fonds.
Dollarschwäche drückt die Euro-Rendite
Im Durchschnitt erzielten die Liquid-Alternatives-Strategien 2025 lediglich 1,99 Prozent. Lupus alpha führt die vergleichsweise niedrige Rendite auch auf den deutlich fallenden US-Dollar zurück. Der Währungseffekt wird im Vergleich zu unregulierten Hedgefonds besonders deutlich: Diese kamen in US-Dollar auf 11,62 Prozent, aus Euro-Sicht jedoch auf minus 1,20 Prozent.
Die Stärke von Liquid Alternatives liegt laut Lupus alpha ohnehin weniger in der Renditemaximierung als in der Begrenzung von Verlusten. Während der MSCI World (EUR-hedged) zwischenzeitlich einen maximalen Rücksetzer von minus 17,06 Prozent verzeichnete, lagen die durchschnittlichen Maximalverluste bei Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus bei rund minus 5,5 Prozent bzw. minus 5,7 Prozent. Über das Kalenderjahr 2025 betrachtet legte der MSCI World (EUR, unhedged) 6,77 Prozent zu, die EUR-hedged-Variante 16,73 Prozent.
Goldman Sachs: Hedgefonds schlagen 60/40
Auch International hellt sich das Bild für Hedgefonds laut Goldman Sachs deutlich auf. In einer Umfrage unter 317 institutionellen/alternativen Asset-Allokatoren gaben mehr als 90 Prozent an, dass ihre Hedgefonds-Portfolios im zurückliegenden Jahr die Erwartungen erfüllt oder übertroffen haben; über fünf Jahre liege dieser Wert bei über 80 Prozent.
Zudem hätten Hedgefonds seit Beginn der US-Zinswende 2022 ein klassisches 60/40-Portfolio übertroffen.
Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

