Zweijährige Erfahrung, sechsstellige Bezahlung

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Angesichts des demografischen Wandels machen sich Asset Manager früh daran, potenzielle Nachfolger für wichtige Schlüsselpositionen zu etablieren. Der Konkurrenzkampf um Talente ist enorm und der Nachwuchs profitiert davon maßgeblich, erzählt Karin Schambach, Mitbegründerin und Managing Director der Personalvermittlung Indigo Headhunters. „Die Unternehmen wollen jüngere Kollegen“, sagt sie. Doch geeigneter Nachwuchs ist rar gesät und die Anforderungen an sie sind hoch. Gefragt sind „Highperformer“ mit einem großen Verständnis für das Risikomanagement. Um diese konkurrieren jedoch nicht nur die Asset Manager untereinander, sondern auch die Geldinstitute: „Das Asset Management hat es leider nie aus dem Fahrwasser der Banken rausgeschafft und ein eigenes Branding zu etablieren“, attestiert Schambach.

Lohnabstand zwischen Alt und Jung schrumpft

Der Kampf um die größten Talente lässt die Gehälter für Einsteiger und Juniors deutlich steigen. „Wir gehen immer davon aus, dass Erfahrung bezahlt wird, aber die Realität sieht derzeit anders aus“, meint Schambach. Auf den Lohnbescheiden ist der Abstand zwischen jüngeren und älteren Kollegen deutlich geschrumpft. Dies zeigt auch eine Erhebung von Indigo Headhunters aus dem vergangenen Jahr. Laut dieser verdienten Vertriebler mit rund zwei Jahren Erfahrung im institutionellen Geschäft zwischen 80.000 und 120.000 Euro jährlich.

Als Senior, also mit bereits sieben bis zehn Jahren Erfahrung, ist das Gehalt, gemessen an Erfahrung und Kompetenz, mit 160.000 bis 200.000 Euro nur bedingt besser. „Nur auf die Gehälter zu schauen, ist ein wenig platt“, wendet Schambach ein. Durch den von der Performance abhängigen Bonus kann sich die Vergütung in sehr attraktive Höhen entwickeln und bei manchen sogar mehr als verdoppeln. Im illiquiden Bereich kommt dann häufig noch der Carry als Erfolgsbeteiligung dazu.

Frauen bleiben stark unterrepräsentiert

Weiterhin stark unterrepräsentiert in der Branche bleiben Frauen. Zwar wollten Asset Manager immer wieder Positionen explizit mit Frauen besetzen, doch mit gerade einmal 10 Prozent machen diese weiterhin nur einen Bruchteil der Fachkräfte aus. Laut Schambach bedarf es in den Unternehmen deswegen struktureller Veränderungen, die Frauen vermehrt fördern und berücksichtigen. Außerdem appelliert sie an Frauen, mehr Flexibilität vom Arbeitgeber einzufordern, da das Momentum auf dem Arbeitsmarkt derzeit gegeben sei.

Die Anforderungen an Vertriebler im Asset Management sind unterdessen stetig gewachsen. Gerade der institutionelle Vertrieb hat sich laut Schambachs Einschätzung stark professionalisiert: Wer heutzutage beim Kunden punkten will, muss mehr können als nur die eigenen Produkte anzupreisen. „Wir sind schon lange weg von ‚Wining and Dining’“, meint die Expertin. Investoren hätten heutzutage viel mehr eigene Expertise als noch in der Vergangenheit. Wer einen Kunden für sich gewinnen möchte, muss mit einem tiefgehenden Kapitalmarkt-Know-how und nicht zuletzt auch in Fragen der Regulatorik überzeugen. Doch gerade diese Professionalisierung der Investoren verschärft den Konkurrenzkampf um die besten Fachkräfte weiter: „Ein Wechsel auf die Investorenseite ist heutzutage durchaus möglich“, meint Schambach.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

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