ETF-Anleger setzen auf die Rüstungsindustrie und kurze Durationen

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Für den europäischen ETF-Markt war 2025 ein Rekordjahr. Mit Zuflüssen von über 330 Milliarden Euro überschritt das verwaltete Vermögen der Branche erstmals die Marke von 2,5 Billionen Euro. Amundi profitierte davon laut eigenen Informationen überproportional. Der französische Vermögensverwalter verzeichnete Nettoneuzuflüsse von 46 Milliarden Euro und verwaltete somit zum Jahresende 342 Milliarden Euro in ETFs. Ein starker Jahresauftakt setzt den europäischen Trend zu ETF-Investitionen fort: Allein im Januar summierten sich die Markt-Zuflüsse auf 46,9 Milliarden Euro. Laut Amundi der bisher stärkste Monat für in Europa domizilierte UCITS-ETFs.

Investoren bevorzugen kurze Durationen

Innerhalb der Anlageklassen dominierten Aktien-ETFs das Bild. Zu Jahresbeginn flossen ihnen 37,0 Milliarden Euro zu. Geografisch lagen All-Country-Produkte mit 9,0 Milliarden Euro vorn, gefolgt von DM-Europa mit 8,2 Mrd. Euro) und DM-World-ETFs in Höhe von 7,6 Mrd. Euro.

Auch das Fixed-Income-Segment entwickelte sich laut Amundi robust. Im Januar 2026 zogen Anleihe-ETFs 10,6 Milliarden Euro an, wobei Staatsanleihen-ETFs mit 4,7 Milliarden Euro das Segment klar dominieren. Gefolgt von Geldmarktprodukten und Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit je rund 1,4 Milliarden Euro. Bei der Laufzeitstruktur bevorzugten Anleger das kurze Ende: Long-Term-Produkte verzeichneten Abflüsse von 333 Millionen Euro.

Rüstungsindustrie statt ESG

Auffällig war die thematische Nachfrage. Rüstungs-ETFs sammelten im Januar 1,3 Milliarden Euro ein, Metall-Themen weitere 1,1 Milliarden Euro. Amundi hatte bereits 2025 gezielt auf dieses Segment gesetzt und eigene ETFs für europäische Verteidigung und strategische Autonomie aufgelegt. Auf Sektorebene dominierten Industriewerte mit 2,8 Mrd. Euro an Zuflüssen und Rohstoffe mit 2,6 Mrd. Euro.

ESG-Produkte verlieren unterdessen weiter an Dynamik. Im Januar flossen ESG-Aktien-ETFs mit 6,7 von insgesamt 37,0 Milliarden Euro nur rund 18 Prozent der Vermögenswerte zu. Bei Anleihe-ETFs lag dieser Wert bei 24 Prozent.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

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