In Hamburg sagt man „Tschüss Pensionsverpflichtungen“

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Der SV Pensionsfonds (SVP) sichert sich ein Erbe an der Elbe. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, dass es rund 900 Millionen Euro an Pensionsverpflichtungen von der Hamburger Sparkasse (HASPA) übernommen hat. Die Transaktion erfolgte bereits zum Jahresende 2025.

„Institutionelle Arbeitgeber wie Sparkassen schätzen unsere Erfahrung, unsere aufsichtsrechtliche Expertise und unsere langfristig ausgerichtete Kapitalanlage“, kommentierte Andreas Jahn, Vorstandsvorsitzender der SV SparkassenVersicherung, den Deal. Der SVP kann mit der Transaktion sein verwaltetes Vermögen deutlich steigern und verwaltet eigenen Angaben zufolge nun rund 1,5 Milliarden Euro an bAV-Verpflichtungen.

Die HASPA nimmt mit dem Run-Off ordentlich Druck von der eigenen Bilanz. Dem Geschäftsbericht 2024 zufolge betrugen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum Stichtag noch knapp 1,4 Milliarden Euro. Mit der Übertragung von gut 900 Millionen Euro reduziert sich diese Position um rund zwei Drittel.

Millionenhöhe Rückstellungen für Ex-Funktionäre

Die Zinssätze zur Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betrugen 1,90 Prozent (durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre) sowie 1,97 Prozent (durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre). Zudem rechnete die HASPA mit Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,35 Prozent und mit Rentensteigerungen von 2,00 Prozent.

„Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt 3,4 Millionen Euro zurückgestellt“, heißt es zudem im Geschäftsbericht vom vorletzten Jahr. Neue detailliertere Geschäftszahlen zum Jahr 2025 kündigte die HASPA für Mitte April an.

Nun ist es am SVP, diese Entwicklungen im Blick zu halten. Der Pensionsfonds erhofft sich von dem Deal eine „effiziente Administration und eine speziell auf die langfristigen Versorgungsverpflichtungen abgestimmte Kapitalanlage“. Hierzu hatte sich die SV erst vor kurzem Unterstützung gesichert: Die SV erwarb über ihre hundertprozentige Tochter SV bAV Consulting GmbH eine Beteiligung an der zu MRH Trowe gehörenden Heubeck „pen@min GmbH“. Das bAV-Beratungshaus ist auf Verwaltungslösungen für betriebliche Versorgungssysteme spezialisiert.

Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

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